Ein eBook schreiben

Tipps für eBook-Autoren
Tipps für eBook-Autoren

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du ein eBook schreibst und formatierst. Die Einsatzgebiete eines eBooks:

  • Du betreibst WordPress (mit oder ohne Onlineshop) und möchtest deinen Besuchern ein kostenloses eBook zum Download anbieten. Das eBook dient dem Marketing.
  • Du planst eine Buchveröffentlichung, hast aber keinen Verlag. Für Selfpublisher das eBook ein guter Einstieg.

Inhalt

Text verfassen

Das Wichtigste ist natürlich der Inhalt, dein Manuskript! Spannend muss es sein oder bei einem Sachbuch nützliche Inhalte bieten. Als Programm empfehle ich dir Libre Office.

LibreOffice

Was früher Word war, ist heute LibreOffice: die Standardsoftware für Büroarbeiten aller Art, und natürlich besonders für Schreibarbeiten. Kosten: Null. Registrierung: Null.

Download & Installation

LibreOffice 6
LibreOffice 6

Aktuelle Version ist 6.0. Die gibt es auf de.libreoffice.org unter Neues LibreOffice. Wenn du ein stabiles System haben willst, dann wähle lieber die Version libreoffice-still.
Installieren musst du das ganze Paket. Es ist nicht möglich, bestimmte Module abzuwählen. Dafür läuft LibreOffice läuft auf Windwos, Mac und Linux. Sogar auf dem Raspberry.

LibreOffice Writer

eBook-Autoren brauchen von LibreOffice nur das Schreibmodul, den Writer. Der ist unter Garantie kein billiger Ersatz für Word, sondern wesentlich besser. Schon in der Grundversion exportiert er ganz locker und mit einem Klick auch in das PDF-Format. Mit der Writer-Extension Writer2ePub werden unkompliziert ePub-Bücher produziert.

LibreOffice anwenden

Speicherformate ODT und DOC

Kleiner Einschub: Voreingestelltes Speicherformat ist ODT. Dein Dokument heißt dann zunächst meinroman.odt oder meingoodie.odt. Jetzt gibt es aber Leute, die nur Word kennen und nichts anders auf dem Computer haben. Wäre schade, wenn jemand dein Manuskript nicht liest, weil er am Öffnen der Datei scheitert. Für Grufties musst du im alten Word-Format abspeichern! Aus meinroman.odt wird dann meinroman.doc
Beim Speichern gelten diese Regeln:

  • Microsoft Word öffnet und speichert nur Doc-Dateien (und DOCX)
  • LibreOffice öffnet und speichert alle Dateiformate

Überschriften in LibreOffice

Überschrift formatieren
Überschrift und Text unterscheiden

Und es geht weiter mit den Grundlagen von LibreOffice für eBook-Autoren. Das Bild oben zeigt eine Überschrift und den folgenden Text im Rohzustand. Beides gleich groß und ohne Abstand. Das Problem: die Überschrift ist aber gar nicht zu erkennen. Wie schafft man Abhilfe?

Überschrift markieren

Überschrift markieren
Überschrift markieren

Zunächst muss die Überschrift markiert werden. Das geht mit der Maus. Danach gibt es zwei Möglichkeiten, um die Überschrift hervorzuheben. Bei der harten Formatierung machst du die Überschrift »per Hand« fett oder größer, also ganz direkt über die entsprechenden Schaltflächen (Fett oder Schriftgröße). Das machen alle, wenn sie einen Brief schreiben! Aber leider ist die harte Formatierung für die eBook-Produktion verboten! Nix da mit »Fett und auf 20 hoch«, du musst eine Formatvorlagen zuweisen!

Formatvorlage zuweisen

Überschrift auswählen
Überschrift auswählen

Bei der weichen Formatierung wird die Überschrift nicht sofort in den End-Zustand gebracht, sondern nur als solche gekennzeichnet. Das geht so: Am Fenster »Formatvorlagen« ist rechts so ein kleiner Pfeil. Dort kann man wählen, was die markierten Wörter darstellen sollen. Hier klickst du auf »Überschrift 1«.

Überschriften formatieren

Formatierte Überschrift
Formatierte Überschrift

Gefunden und zugewiesen? Jetzt hebt sich die Überschrift vom Text ab, und ist für die Produktion eines eBooks richtig formatiert. So machst du das für alle Überschriften im Manuskript!

Mit der weichen Formatierung klappt dann auch das Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses für dein eBook. Das Inhaltsverzeichnis wird bei Umwandlung in das ePub-Format nämlich anhand der weich formatierten Überschriften ausgelesen.

Buchtitel

Was zeichnet einen guten Titel aus? Das Kopfkino beim Leser muss angeworfen werden! Beispiel: »Die Druidin« von Birgit Jaeckel. Die Autorin ist eine auf Vor- und Frühgeschichte spezialisierte Archäologin, ihre Geschichte spielt in der Keltenzeit. Man hört die Moorleichen förmlich gluckern. Bei diesem Titel passt einfach alles zusammen und deswegen wurde das Buch zum Erfolg. Mit »Anmerkungen zur Frühgeschichte« hätte Birgit Jaeckel mit Sicherheit keine Bestsellerlisten gestürmt. Zu sachlich, zu trocken, zu wenig Magie.

Welcher Titel zu welchem Genre?

Ein paar Keywords zu den wichtigsten Genres:

  • Krimi: Mord – Verrat – Abgrund – Kommissar – Vergeltung
  • Mittelalterroman: Kardinal – Graf – Hexe – Magier – Bischof
  • Jugendbuch: Abenteuer – Freunde – Ferien – Ein Tiername
  • Erotik: Leidenschaft – Lust – Sehnsucht – Verführung
  • Science Fiction: Welt – Stern – Krieg – Zeit
  • Fantasy: Drache – Vampir – Zwerg – Held

Zugegeben, diese Keywords sind alle nicht besonders originell, aber mit der richtigen Kombination lässt sich daraus etwas zaubern. Der Trick ist es, mit wenig Wortmaterial auszukommen. Schaut einfach mal bei den Stilmitteln! Hier gibts noch mehr davon.

Der Anti-Titel

»Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Alles falsch zu machen funktioniert auch wieder! Der Titel ist zu lang und bezeichnet das Genre nicht eindeutig. Aber Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden – jedenfalls in der Belletristik. Beim Sachbuch muss das Thema so genau wie möglich im Titel identifizierbar sein – schon um über Google und die Shop-Suchmaschinen gefunden zu werden.

Rechtschreibprüfung

LibreOffice hat nur eine einfache Rechtschreibprüfung integriert. Das Programm muss natürlich auf Deutsch eingestellt sein, damit du sie nutzen kannst. Für kritische Stellen bekommst du weitere Hilfe auch auf der Webseite www.duden.de/rechtschreibpruefung-online. Einfach den Text mit Copy & Paste auf die Duden-Webseite einfügen und Text korrigieren klicken. Dann siehst du sofort das Ergebnis:

  • Rechtschreibfehler sind rot unterstrichen
  • Grammatikfehler werden grün unterstrichen.

Das Lektorat

Jetzt müssen deine Freunde und Bekannte herhalten! Gib Ihnen dein Manuskript zum Durchlesen. Deutschlehrer im Bekanntenkreis sind da sehr gefragt, mit etwas Routine lassen sich holprige Formulierungen glätten. Es kann natürlich sein, dass Freunde dein Buch über den grünen Klee loben, weil sie dein Baby nicht kritisieren wollen. Die Alternative wäre ein professioneller Lektor. Der kostet zwar Geld, aber er gibt dir ein halbwegs objektives Feedback.

Unterschied Lektorat und Korrektorat

Es gibt Überschneidungen, aber der Korrektor hat seinen Schwerpunkt nicht bei den Inhalten, sondern der sprachlichen Gestaltung und der Rechtschreibung. Was das Rechtschreibprogramm übersehen hat, bessert der Korrektor nach 😉

Das Lektorat

Ein Korrektorat hat noch keine Freundschaft zerstört. Im Zweifelsfall entscheidet der Duden. Beim Lektorat ist das ein wenig anders. Weil sich Lektoren auch um den Inhalt des Buches kümmern, um die Story, muss eine gewisse Wellenlänge vorhanden sein. Ein guter Lektor spricht Autoren auch auf Schwächen in der Handlung an. Wenn der Schreiber diese Kritik nicht annimmt, droht die gesamte Motivation für das Projekt flöten zu gehen. Das Verhältnis zwischen Lektor und Autor muss stimmen!

Lektor finden

Es gibt viele Wege, um als Selfpublisher einen guten Lektor zu finden. Zahlreiche Angebote finden sich im Internet. Wichtig ist dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen. Oberste Regel: Engagiere nicht einfach einen Lektor nach dem Zufallsprinzip, sondern informiere dich vorher! Das Genre muss stimmen. Ein Korrektor findet sich leicht in jedem Genre zurecht, beim Lektor liegen die Hürden höher. Ohne Einarbeitung in die Materie ist ein qualitativ hochwertiges Lektorat nicht zu haben.
Beispiel: Der historische Roman aus der Keltenzeit sollte von jemandem lektoriert werden, der sich ein bisschen in der Vor- und Frühgeschichte auskennt.
Am besten ist es, erstmal in den Referenzen derjenigen Lektoren zu stöbern, die in der engeren Auswahl sind. Gute Hinweise geben auch befreundete Autorinnen und Autoren.

Lektor kostenlos

Umsonst macht niemand gute Arbeit. Aber es gibt da noch eine Möglichkeit, nämlich die gegenseitige Lektorierung. Sucht euch also nette Menschen aus und überarbeitet die Manuskripte wechselseitig. Wichtig ist es natürlich, die richtige Balance zwischen ehrlicher Hilfe und Schmähkritik zu finden. Das Hochjubeln eines Manuskripts bringt dem Autor so viel wie das vollständige Runterputzen, nämlich gar nichts! Tipp: Trinkt auch mal ein Bier oder ein Weinchen zusammen!

Cover und Bilder

Wenn das Cover nicht passt, wird das eBook nicht gekauft! Es muss neugierig machen, klar! Aber auch die technische Seite ist nicht ganz ohne, besonders wenn du dein Buch parallel in den Formaten ePub und mit Mobi veröffentlichst. Die Kindle-Publishing Guidelines und die Tolino-Checkliste sind mühsam zu lesen und auch nicht immer verlässlich. Das eBook soll ja nicht nur auf einem bestimmten Gerätetyp gut aussehen. Mit den folgenden Richtwerten und Tipps minimiert sich das Risiko unerwünschter Bild-Überraschungen.

Covergröße

Das Coverbild ist entscheidend für die Präsentation in den Shops und damit für den Verkauf. Hier darf nichts schief gehen! Empfohlene Größe:

  • Breite 1600 Pixel
  • Höhe 2560 Pixel

Ideales Format: JPG
Ideale Auflösung: 300 dpi

Cover in Schwarzweiß prüfen

Vielleser benutzen gerne einen eReader wie Kindle, Tolino oder Pocketbook. Und eben diese Gruppe kauft auch direkt über den eReader neue Bücher ein. Bekanntlich können die Reader nur Schwarzweiß. Wenn dein Cover zu wenig Kontraste hat, sieht es aus wie eine Qualmwolke. Deshalb: Cover vor dem Upload immer zusätzlich in Schwarzweiß-Qualität checken!

Innerhalb des Buches

Die Bilder innerhalb des Buches dürfen kleiner sein! Empfohlene Größe:

  • Breite 600 Pixel
  • Höhe 800 Pixel

Ideales Format: JPG
Ideale Auflösung: 300 dpi
Zu kleine Bilder verursachen des öfteren Probleme auf Amazon-Geräten! Die Kindle-Reader halten sich leider nicht an die ePub-Vorgaben. Nicht alle CSS-Regeln werden eingehalten! Kritisch wird es bei Bildern unter 300 x 400 Pixeln. Als Richtwert für Größenverhältnisse in eBooks gilt der „Goldene Schnitt“, grob 10:16. Tipp: das eigene eBook vor der Veröffentlichung auch mit dem Kindle Paperwhite testen!

eBook Formatieren

eBook-Formate

Als Autor ist die Vielzahl der unterschiedlichen eBook – Formate zunächst verwirrend. Aber zum Glück ist es gar nicht notwendig, alle zu kennen. Es genügt, die wichtigsten im Blick zu haben.

Format und Reader

Warum gibt es überhaupt mehrere Formate? Erster Grund: Unterschiedliche eReader. Die Kindle-Reader funktionieren alle nur mit den Amazon-Formaten Mobi und AZW. Die anderen eReader, zu den bekanntesten Herstellern gehören Tolino, PocketBook und Kobo, setzen dagegen auf das ePub-Format. ePub ist ein freier und offener Standard – darf von jedem verwendet werden und gehört keiner Firma!

Format und Features

Ein zweiter Grund für die unterschiedlichen Formate ist technischer Natur. Mit ePub passt sich der Text an den Reader an. Mit PDF ist das nicht möglich, denn Textgröße, Absätze und Zeilenlänge sind hier ganz bewusst vorgegeben! PDF ist das klassische Format für alles, was gedruckt werden soll. Als eBook-Format wird es durch ePub ersetzt. Für Autoren ist das PDF-Format heute nur noch in Nischen wie Comics oder Fachbücher interessant. Zu den Comicformaten zählen auch CBZ und CBR.

Formate und Kopierschutz

Der dritte Grund für die unterschiedlichen Formate liegt im „Digital Rights Management“. Amazons AZW-Format ist im Gegensatz zu Mobi mit einem Kopierschutz ausgestattet. Im Bereich der ePubs ist es dagegen nicht sofort erkennbar, ob ein Buch geschützt ist oder nicht. In den meisten Shops ist deshalb ein Zusatz angegeben:

  • ePub – ohne DRM
  • ePub – Soft DRM (Buch ist durch Wasserzeichen markiert)
  • ePub – Adobe DRM (oder Hard DRM, meint das Gleiche)

Leider ist das Lesen von DRM-geschützten eBook ziemlich kompliziert. Der Weg führt vom Anlegen einer Adobe-ID zur Konfiguration von ADE (Adobe Digital Editions). Amazon macht es der Kundschaft da erheblich einfacher. Schon beim Kauf im Amazon-Shop wird der Kindle-Reader mit dem Benutzerkonto verknüpft. Das umständliche Autorisieren entfällt.

Formate für Autoren

Die Einrichtung eines Kopierschutzes ist nicht Sache der Autoren, sondern eines Verlages. Für Selfpublisher steht es außer Frage, Bücher in AZW oder ePub-mit DRM zu erstellen. Es bleiben zwei sinnvolle Formate übrig, um als Autor das eigene eBook für möglichst viele Shops fit zu machen:

  • ePub für die freien Reader
  • Mobi für die Amazon-Reader

Geeignete Tools zur Erstellung bzw. Konvertierung:

Was du nicht unbedingt brauchst ist InDesign (jedenfalls nicht für ein eBook). Sehr wichtig ist das Cover. Der Inhalt eines eBooks kann noch so spannend sein, ohne ein perfektes Cover wird dein Buch gar nicht angesehen. Gute kostenlose Grafikprogramme: GIMP und Photofiltre! Du kannst aber auch einen Grafiker beauftragen oder ein Premade-Cover verwenden.

Und PDF?

Typisch für dieses Format sind Gebrauchstexte wie Garantieerklärungen oder Bauanleitungen. Ein hochwertiges eBook hat ePub verdient!

eBook validieren

Das eBooks muss technisch perfekt sein, bevor du es irgenwo anbietest – kostenlos oder in einem Onlineshop. Diesen Qualitätscheck nennt man Validierung.
Ein technisch Fehlerhaftes Buch wird beim Leser keine guten Kritiken ernten, und das Marketing war dann auch für die Katz‘. Du kannst zwar mit einem Re-Upload nachbessern, aber wozu das Pferd von hinten aufzäumen? Lieber das Buch vor dem Upload in die Shops mehrmals validieren, sprich auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Validerung dauert ingesamt nur eine Viertelstunde. Nach monatelanger Schreibarbeit solltest du das dir und deinem Werk einfach gönnen.. selbst wenn du in dne Seilen hängst und das Projekt einfach nur abschließen willst! Die nötige Software ist kostenlos und sowohl für das ePub – wie auch das Mobi-Format erhältlich. Auf geht’s!

ePub – Validierung

Empfehlenswert ist zum Beispiel der ePub-Checker. Es geht aber auch Online, hier beim ePub-Validator. In der aktuellen Version von Sigil heißt das neue Validierungstool Sanity Checker. Es ersetzt die Sigil Flightcrew, die zum Plugin degradiert wurde. Danach noch einmal mit Adobe Digital Editions checken, der weit verbreiteten Leseapp von Adobe. Für die Amazon-Welt funktionieren die ePub-Tools natürlich nicht!

Amazon-eBooks validieren

eBook-Validierung
eBook-Validierung

Auf der Amazon-Seite erhältlich ist der nicht eben schlanke Kindle-Previewer. Vor der Installation müssen 180 MB heruntergeladen werden. Interessanterweise verspricht das Tool sogar die ePub-Validierung, zumindest lassen sich diese Dateien öffnen. Sinn macht es aber wenig, ePub-Files mit dem Kindle-Previewer zu testen. Man fragt ja auch keinen Vegetarier nach dem Geschmack von Bratwürsten.

Kindle Paperwhite zur Qualitätskontrolle

Nach der Validierung des Mobi-Formats solltest du das eBook nochmal auf dem Kindle Paperwhite betrachten. Was Amazons Vorzeige-Reader an CSS-Formatierungen durchlässt, wird in der Regel auch auf allen anderen Amazongeräten und Leseapps richtig dargestellt.

Leser freuen sich über ein technisch einwandfreies Buch! Es gibt aber auch noch nach der Veröffentlichung eine Möglichkeit zur Qualitätskontrolle – über die Leseproben!

Leseproben herunterladen

Leseprobe herunterladen
Leseprobe herunterladen

Das Prinzip der Leseproben ist überall gleich, ob nun Amazon oder den Shops der Tolino-Allianz. Mit einem Klick lassen sich Teile deines eBooks ohne Kauf auf Qualität überprüfen. Im Bild siehst du unten die Links zu »Jetzt Leseprobe lesen« und »Leseprobe herunterladen«. Als Autor solltest du beides nutzen und nochmal alles kontrolieren – auf technische und inhaltliche Fehler. In diesem Teil des Buches sind sie besonders verheerend, denn der potenzielle Käufer sieht beurteilt dein Buch ja ebenfalls nach der Vorschau. 😉

Re-Upload

Was tun, wenn du einen schweren Fehler bemerkt hast? Dann sind drei Schritte notwendig:

  • Fehler ausbessern
  • Buch noch einmal validieren
  • Re-Upload

Re-Upload hört sich komplizierter an, als es ist! Bei den meisten Distributoren läuft das automatisiert. Das alte Buch bleibt so lange in den Shops, bis das neue Buch akzeptiert wurde, also wie beim ersten Mal eine Meldung in der Art »Prüfung erfolgreich. Buch steht zum Verkauf.« Es gibt also keine Verkaufspause zwischen alter und neuer Version!

Mit Distributoren in die Shops

Wenn du nicht bei jedem Shop mühsam einen eigenen Account anlegen willst, solltest du Distributoren in Anspruch nehmen. Bekannt sind Bookmundo, Tolino Media, Neobooks und Bookrix. Dort auf die richtigen Schlagwörter achten und eine interessante und passende Buchbeschreibung eingeben. Beim Preis kannst du mit 2,99 € nichts falsch machen. Ab dieser Schwelle kriegst bei Amazon und Tolino Media 70% Tantiemen, unter 2,99 € sind es nur 35% bzw 40% (Tolino Media). Zur Preisgestaltung:
Was soll, darf, muss man als Autor eines eBooks verlangen? Zunächst mal die rechtliche Seite: Die Buchpreisbindung.

Die Buchpreisbindung

Es gibt in Deutschland viel zu viele Gesetze! Dieses hier ist aber aus der Sicht von Autoren und Buchhandel ein Segen: das Buchpreisbindungsgesetz, amtlich abgekürzt BuchPrG. Es sichert die Existenz vieler unabhängiger Verlage und Buchläden. Frage: Gilt die Buchpreisbindung auch für eBooks?

Anwendungsbereich der Buchpreisbindung

Schauen wir mal ins »Gesetz über die Preisbindung für Bücher« rein, da steht unter
§ 2 Anwendungsbereich:

(1) Bücher im Sinne dieses Gesetzes sind auch
1. Musiknoten,
2. kartographische Produkte,
3. Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie
4. kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet.

 

(2) Fremdsprachige Bücher fallen nur dann unter dieses Gesetz, wenn sie überwiegend für den Absatz in Deutschland bestimmt sind.
(3) Letztabnehmer im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Bücher zu anderen Zwecken als dem Weiterverkauf erwirbt.

Ja, die Buchpreisbindung gilt auch für eBooks! Die fallen unter die Kategorie »Produkte, die Bücher reproduzieren oder substituieren«.

Preisänderungen sind erlaubt

Was bedeutet die Buchpreisbindung für Autoren und Selfpublisher? Preisänderungen sind erlaubt, aber sie müssen für alle Verkaufsstellen gleichzeitig gelten. Das klappt am besten, wenn du dein eBook über einen Distributor verkaufst.

eBook und Printbuch

eBook und Printbuch sind zwei unterschiedliche Produkte. Du darfst also beim eBook eine Preisaktion starten, und den Preis fürs Printbuch beibehalten. Oder umgekehrt.

Kippt die Buchpreisbindung?

Es gibt immer wieder Versuche, die Buchpreisbindung auszuhebeln. Deswegen hier noch einmal der Paragraf 1 des BuchPrG, »Zweck des Gesetzes«:

Das Gesetz dient dem Schutz des Kulturgutes Buch. Die Festsetzung verbindlicher Preise beim Verkauf an Letztabnehmer sichert den Erhalt eines breiten Buchangebots. Das Gesetz gewährleistet zugleich, dass dieses Angebot für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist, indem es die Existenz einer großen Zahl von Verkaufsstellen fördert.

Also liebe Politiker, lasst das schön so. Muss ja nicht sein, dass es irgendwann nur noch eine Basis-Buchauswahl bei Aldi gibt!

gilt auch für eBooks! In allen Shops muss das Buch gleich viel kosten: Amazon, Tolino, iBookstore und auch auf der eigenen Website. Deswegen will die Preisgestaltung gut überlegt sein!

Kein Ramschpreis bitte

Denk an die Autorenehre! Zu billig sollte man es nicht hergeben, denn da stecken ja auch Arbeit und Investitionen dahinter: Schreiben, Korrektorat und Lektorat, Coverdesign..! Wer will schon leben wie der arme Poet im Gemälde von Carl Spitzweg.

Amazons Preisdiktat

Eine Untergrenze hat Amazon mit seinem Autorenprogramm KDP in das Preisbewusstsein gehämmert, und zwar 2,99 Euro. Wer weniger verlangt, erhält nämlich nicht die sonst üblichen 70% Tantiemen, sondern schlappe 35%!
Die Frage ist natürlich, was der Leser zu zahlen bereit ist. Für ein reines eBook, das nicht in einer teureren Printversion vorliegt, sind hier die Spielräume einfach begrenzt. 3,99 oder 4,99 Euro sind für einen dicken Fantasyroman oder ein Fachbuch schon in Ordnung, für einen Einsteiger auf dem Krimimarkt sicherlich nicht. Ach ja, an die Preisstufen mit 2,99, 3,99 und 4,99 Euro hat sich der Leser gewöhnt. Man sollte also hier nicht herumdoktern 3,25 Euro sieht nach Druckfehler aus. Und sowas schreckt die Leser ab.

Distributor im Auge haben

Aufpassen musst du beim Jonglieren mit den Distributoren. Bei Tolino Media erhältst du Tantiemen von 70% auch für Bücher mit einem Preis von 2,99 Euro (Stand Juni 2018), darunter gibt es nur 40 %.
Achtung: Unabhängig vom Preis haut die folgende Methode nicht hin: Bei KDP Select anmelden und parallel in anderen Shops verkaufen. KDP Select duldet keinen anderen Shop neben sich! Also erst über den Vertriebsweg Gedenken machen, dann Preise festlegen!

Die ISBN

Im klassischen Buchhandel geht nix ohne: ISBN. Aber brauchen auch eBook-Autoren die Internationale Standard-Buch-Nummer? Nicht zwingend, aber für den Vertrieb ist sie meistens hilfreich. Zum Erhalt einer ISBN gibt es unterschiedliche Wege. Zum Beispiel überdie Agentur für Buchmarktstandards. Bei einer einmaligen Buchproduktion dürfen ca. 80 Euro gelöhnt werden. Aber welcher Autor will nur ein einzelnes Buch produzieren? Für ein zweites würde es wieder 80 kosten! Die ISBN für einmalige Veröffentlichungen ist totaler Quatsch.
Günstiger kommt eine ISBN-Vergabe für den eigenen Verlag, trotz der Grundgebühr von 139 Euro. Dann kann man für etwas über 20 Euro zum Beispiel einen Zehnerpack dazukaufen. Allerdings muss man dazu ein eigenes Gewerbe anmelden.

Ohne ISBN

Keine Regel ohne Ausnahme. Mit diesen Vertriebs-Tricks kannst du den Buch ohne ISBN verkaufen:

  • Vertrieb auf Amazon, da läuft es mit der ASIN (Amazon Standard Identification Number) – eine Parallelwelt zu ISBN.
  • Vertrieb über die eigene Website.
  • Vertrieb über Apples iBooks Store. Allerdings: Eine ISBN wird zwar nicht benötigt, aber empfohlen! Verpflichtend dagegen die amerikanische Steuernummer!
  • Kobo – das Autorenprogramm Kobo Writing Life kann auch ohne ISBN genutzt werden.
  • Beam-eBooks – die beliebte Vertriebsplattform verzichtet generell auf DRM, eine ISBN kann, muss aber nicht verwendet werden.

Kostenlose ISBN

Früher ergatterten viele Indie-Autoren über Xinxii (nicht für Sachbücher, nur Belletristik), Smashwords oder Lulu eine kostenlose ISBN. Das braucht es nicht mehr! Auch Neobooks und BookRix bieten eine kostenlose ISBN an. Fast kostenlos ist sie bei Bookmundo zu haben, dem Autorenprogramm der Mayer’schen Buchhandlung.

ISBN und Distributor

Vorsicht Falle! Die Distributoren rücken zwar eine kostenlose ISBN raus, doch darin findet sich der Verlagscode eingebettet. In den AGBs von Tolino Media steht klipp und klar, dass die von Tolino vergebene ISBN nicht auf anderen Plattformen genutzt werden darf:

Bitte nutzen Sie bereitgestellte ISBN ausschließlich für den digitalen Vertrieb über tolino media.

Fazit: Vor dem Beantragen einer eigenen ISBN die Vertriebswege checken! Was wieder läuft, ist zum Beispiel eine Mischung von Amazon und Tolino.

Weitere Infos zur ISBN findest du hier: ISBN kaufen.

 

Marketing und Pressearbeit

Nach dem Upload beginnen Marketing, Werbung und Pressearbeit – oder auch schon einige Wochen vor der Veröffentlichung! Für das Buch getrommelt wird auf deiner Autoren-Webseite, die ist mit WordPress fix erstellt! Und außerdem auf Facebook, Twitter, Pinterest.. wo du halt vertreten bist und viele Follower hast. Und dann ist da noch die Bloggerszene. Der neueste Trend sind Blogtouren. Dabei wird an jedem Tag einer Woche ein andere Aspekt deines Buches in einem unterschiedlichen Blog präsentiert. Das Marketing macht natürlich eine Menge Arbeit, aber das ist das Los des Selfpublishers. Glaube an dein Buch, dann klappt das auch mit der Motivation!

Als eBook-Selfpublisher bist du gleichzeitig Autor, Lektor, Grafiker, Hersteller und Marketingmensch. Wobei Marketing ja ein Überbegriff geworden ist. Dahinter stecken so unterschiedliche Dinge wie Werbung, Social Media und Pressearbeit. Um einen Schnelleinstieg in die Pressearbeit geht es in diesem Artikel.

Die Anzeigenabteilung

Heutzutage will jeder in die Presse. Allerdings ist es für Zeitungen und Zeitschriften nicht wirklich interessant, ob ein unbekannter Autor ein Buch geschrieben hat. Wenn du da einfach so anklopfst und fragst, ob die dein Buch vorstellen, wird man dich an die Anzeigenabteilung verweisen. Da kannst du eine Anzeige schalten und dafür bezahlen. Pressearbeit ist das aber nicht, sondern Werbung. Wie dann vorgehen? Beteilige dich an einer Veranstaltung, zum Beispiel mit einer Lesung.

Presssetexte entwerfen

In Absprache mit dem Veranstalter, der ja selbst auch Presseartikel losschickt, verfasst du dann einen eigenen Pressetext, Der Text muss knackig formuliert sein und auf beides eineghen, den Event und das Buch selbst. Vergiss Angaben zu Genre und Zielgruppe nicht. Am besten legst du gleich professionelles Bildmaterial dazu. Das zeigt dich in Action, und zwar in 300 dpi Druckauflösung! Zeitpunkt: einige Wochen vor dem Event.

Bei der Pressse anklopfen

Schreib nicht an »die« Zeitung, sondern erkundige dich nach dem zuständigen Redakteur. Das Anschreiben machst du per Mail, Pressetext und Bildmaterial werden angehängt. Gib eine vollständige Adresse und eine Telefonnummer an, falls ein Redakteur noch Rückfragen hat. Mach es deinem Gegenüber so einfach wie möglich. Manchmal haben Zeitungen nioch etwas Platz zu füllen, und dann greifen sie gerne auf »fertige« Artikel zurück. Deinen!

Der Buchtrailer

Möglichkeiten gibt es viele, um das eigene Werk im Internet bekannt zu machen. Zu den besonders effektiven zählt der Buchtrailer. Dank Youtube lässt sich ein Appetithäppchen zum eBook schnell vor einem Millionenpublikum verbreiten. Und fürs Crowdfunding sind Trailer einfach Pflicht. Allerdings ist der Aufwand zur Erstellung nicht gerade gering. Schade also, wenn der Clip zum Flop wird. Damit das Video gelingt – hier die wichtigsten Trailer-Regeln:

Fasse dich kurz

Lange Trailer werden auf Youtube viel seltener als kurze angesehen, und noch viel seltener verbreitet. Ein guter Trailer wird nicht nur in emails als Link weitergereicht, sondern auch in Facebook gepostet und Twitter eingebunden und retweetet. Das nennt man dann „viral“, weil sich der Clip wie ein Virus verbreitet. Wenn der Clip zu lange ist, wird das als nervig empfunden. Wer liest schon gerne im eMail-Postfach, dass er sich einen 7-Minuten-Film anschauen soll. Das klingt nach langweiligem Lehrfilm. Maximale Länge für einen Buchtrailer sind 90 Sekunden, ideal 45-60 Sekunden!

Werde emotional

Ein Buchtrailer ist ein Werbeclip und die Werbung arbeitet mit Emotionen! Liebe, Hass, Wut, Freude oder Verzweiflung sind die Bestandteile eines guten Clips – allerdings nicht alle auf einmal! Ausnahme ist ein Trailer für ein Sachbuch: Hier darf man mit fundiertem Wissen punkten.

Wecke die Neugier

Bei einem Werbeclip geht es nicht darum, Teile des Inhalts zu präsentieren! Wer zu viele Details ausplaudert, zerstört das „Kopfkino“. Wichtig ist es, die Fantasie des Betrachters zu beflügeln.

Begrenze die Optik

Die Bildersprache sollte einheitlich sein. Meistens genügt es, eine einzige Szenerie darzustellen. Ein Kerker und ein Brief sind die perfekte Ausstattung für einen Mittelalterroman. Ja, man kann dann auch eine Kutschfahrt anhängen – muss aber nicht sein. Wichtig ist die atmosphärische Dichte. Sie darf nicht durch zu viele Szenen und Effekte verloren gehen.

Mach dich nicht lächerlich

Die populären Videoeditoren bieten eine Fülle grausamer Szenenübergänge. Damit langweilen Millionen Amateurefilmer ihr Wohnzimmerpublikum. Je mehr davon verwendet wird, desto amateurhafter der Clip.

Infos in den Abspann

Du hast zum Beispiel mit WordPress eine Autorenseite oder eine Seite zum Buch erstellt? Dann blende in den letzten 10 Sekunden des Clips die passende URL ein! Was noch in den Abspann gehört, sind das Buchcover und die bekanntesten Shops, in denen das Buch gelistet ist. An dieser Stelle sei an das AIDA-Prinzip der Werbung erinnert: Attention, Interest, Desire, Action. Auf Deutsch: Aufmerksamkeit erregen, Interesse auslösen, Wünsche wecken, Handlung auslösen. Mit „jetzt für Amazon und Tolino erhältlich“ weiß der interessierte Leser, was er zu tun hat.

Buch in den Mittelpunkt!

Wenn du nicht prominent bist: Stelle nicht dich sich selbst, sondern das Buch in den Mittelpunkt. Denke einfach an die Helden der Jugend zurück. Mit wem hast du dich da identifiziert, mit Karl May oder Winnetou?

Urheberrecht beachten

Der Buchtrailer darf nicht ohne Vertag mit einer zuständigen Verwertungsgesellschaft mit der Lieblingsmusik hinterlegt werden. Auch beim Bildmaterial gilt es, die Urheberrecht zu wahren. Bei der Verwendung von lizensiertem Material (zum Beispiel Fotolia) darauf achten, an welcher Stelle die Kennzeichnung der Urheber eingefügt werden muss, zum Beisiel im Abspann.

Tantiemen und Finanzamt

Die Statistiken der Distributoren zeigen die ersten Verkäufe an? Glückwunsch, dann hast du es geschafft, Leser für dich zu gewinnen. Als Autor bist du Freiberufler, musst also kein Gewerbe anmelden. Allerdings müssen deine Einnahmen natürlich versteuert werden. Die meisten Distributoren schütten erst ab einer bestimmten Schwelle aus. Wenn du deine ersten Tantiemen bekommst: Sekt aufmachen und nicht vergessen, Abrechnungen und Kontoauszüge abheften!