Drei Artikel sind besser als dreihundert

Drei Produkte

3 Produkte am Start. Bild: Pixabay

Dank WordPress und WooCommerce kann heute jeder einen eigenen Shop online stellen und ein breites Sortiment an Waren anbieten. Allerdings ist es mit der Technik alleine nicht getan, hinzu kommen Anforderungen aus diesen Bereichen:

Nun steckt hinter diesen Anforderungen keine Raketentechnologie, und auch ein Gemüsehändler muss Warenwirtschaft betreiben, die Buchhaltung beherrschen und die Mehrwertsteuer abführen. Trotzdem ist es für Gründer besser, sich auf wenige Artikel zu beschränken. Ich berichte mal ein bisschen aus meiner Praxis:

Was Shopgründer so planen

Die Inhaberin eines Holzspielzeug-Ladens kam eines Abends mit funkelnden Augen zu mir, um Ratschläge für den Aufbau ihres Onlineshops zu erhalten. Ich hab sie erstmal gefragt, wie sie sich das Projekt vorstellt. Ihr Konzept:

  • 300 Produkte
  • Mehrsprachiger Shop
  • Marketing über Google Adwords

Produktbeschreibungen und Fotos würde ihr Neffe produzieren, der Erfahrungen bei einer Schülerzeitung gesammelt hatte. Der Abend wurde lange und nach schwerer Überzeugungsarbeit und Rotweinen hatten wir dann ein minimalistisches Konzept für das kleine Budget beisammen. Die Eckpunkte:

  • Start mit 3 statt 300 Produkten
  • Erstklassige Fotos und Produktbeschreibungen für 3 Produkte
  • Intensives Marketing für 3 Produkte

Intensives Marketing

Ein Sortiment von 300 Produkten lässt sich schwieriger bewerben als drei konkrete Waren, und das fängt schon bei den einfachsten Dingen an. Wie sollte ein Slogan lauten, der die richtigen, weil kaufwilligen Besucher auf die Shopsite zieht? Ein Vergleich:

  • „Schönes Holzspielzeug kaufen“ (Fokussierung  auf 300 Produkte)
  • „Ritterburg aus Holz kaufen“ (Fokussierung auf 1 konkretes Produkt)

Bei Google Adwords wird nach Klick bezahlt! Damit der Etat fürs Marketing nicht verpulvert wird, müssen die Begriffe passgenau gewählt werden. Wer auf „Holzspielzeug“ klickt, will nur ein bisschen stöbern, „Ritterburg aus Holz“ zieht diejenigen Besucher an, die genau dieses Produkt kaufen wollen.

Erstklassige und rechtssichere Fotos

Nach dem Wettbewerbsrecht muss das Produktfoto die zum Verkauf stehende Ware abbilden. Und natürlich soll das Produkt im Detail und aus verschiedenen Perspektive in Szene gesetzt werden. Mit der Beschränkung auf drei Produkte ist ein professioneller Fotograf bezahlbar. Gute und rechtssichere Bilder von 3 Produkten sind wertvoller als 300 mittelmäßige Bilder.

Produktbeschreibungen für drei Produkte

In der Kurzversion einer Produktbeschreibung ist der Spielraum durch das Wettbewerbsrecht begrenzt! Hier bieten sich also nur wenige  Möglichkeiten für kreatives Marketing. Andere Spielregeln gelten für die Langversion, den Firmenblog und die Social Media Netzwerke. Für diesen Einsatz sind ausführliche Produktbeschreibungen Gold wert, und mit der Beschränkung auf drei Produkte auch realisierbar.

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Auf Sortimentstiefe statt Sortimentsbreite setzen

Soweit das 3-Produkte-Konzept! Und wie geht es dann weiter, wenn aus den drei Artikel einmal 30 bis 300 werden sollen? Hier ist es besser, auf Sortimentsstiefe statt auf Sortimentsbreite zu setzen. Zu den Begriffen:

  • Große Handelshäuser wie Karstadt und Amazon verfügen über eine riesige Sortimentsbreite, verkaufen also Bücher, Lebensmittel und Elektronik und Spielzeug aller Art.
  • Spezialisten verkaufen nur Holzspielzeug, dann aber in unterschiedlichen Varianten, zum Besipiel bunt und in Naturfarben. Sie verfügen über eine große Sortimentstiefe.

Fazit: Für Shopgründer und Solounternehmer ist es am besten, mit wenigen Produkten zu beginnen und zunächst die Sortimentsstiefe zu erweitern. Wer sich auf das Wesentliche konzentriert, behält den Überblick und erspart sich die Zeit- und Geldfresser:

  • Kein überdimensionierter Server
  • Kein großes Budget für externe Beratung
  • Schnelle Realisierung des gesamten Projekts

PS: Noch ein Tipp, für alle Händler mit mehr als 100 Artikeln: Produktfilter einsetzen!

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