WordPress-Projekte: Die vier Kardinalfehler

WordPress

Im Vergleich zu Drupal oder Typo3 ist WordPress immer noch schlank und benutzerfreundlich, aber trotzdem scheitern viele ambitionierte WordPress-Projekte. Die vier Kardinalfehler:

Sich verzetteln

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Ein typischer Fall aus meiner Praxis: Ein Kunde hatte auf der Website eines Konkurrenten ein tolles Feature entdeckt, das er unbedingt auch in seinem WordPress haben musste. Also hat er ein Plugin bei Envato gekauft, war dann aber nicht zufrieden. Zur Anpassung des Plugins wurde ein Programmierer beauftragt, und der hatte erstmal einen Rootserver eingefordert. Das eigentliche Projekt geriet bei der Sache völlig aus dem Fokus! Fazit: Wenn du eine Idee zu 100 Prozent nach deinen Vorstellungen umsetzen möchtest, dann ist WordPress der falsche Ansatz! Die Alternative wäre ein Framework wie Drupal oder ein schwergewichtiges CMS wie Typo3.

Frühe Warnsignale beachten

Vorsicht ist angesagt, wenn diese Kampfbegriffe auftauchen:

  • Selbsterklärend
  • Mit wenigen Mausklicks erledigt

Wenn etwas wirklich selbsterklärend ist, muss das nicht extra erwähnt werden. Es sagt ja auch keiner, dass die Benutzung einer Rolltreppe selbsterklärend ist. 😉 Noch schlimmer ist der Hinweis, dass irgendein Problem mit wenigen Mausklicks erledigt werden kann – ohne die Mausklicks zu benennen.

Hast du eine Aufgabe an einen externen Dienstleister vergeben, der dich mit solchen Phrasen abspeist? Dann bist du in Gefahr, dich in Details zu verzetteln. Da hilft dann nur ein harter Schnitt: Verzichte auf eine Feature, das zu viel Geld und Aufwand kostet.

Zu früh aufgeben

Dein Shop oder dein Blog ist neu im Netz? Auch das beste Projekt braucht eine Anlaufphase. Wenn du nach 4 Wochen nur 20 Besucher am Tag hast, dann ist das völlig normal. Gib Google ein bisschen Zeit – während du neue Beiträge und Seiten erstellst und deine Produktbeschreibungen verbesserst.

Zu früh auf Google AdWords verlassen

Die Verlockung ist groß, in der Aufbauphase eines Projekt Anzeigen mit Google AdWords zu schalten, um den Traffic anzukurbeln. Die Rechnung geht allerdings nicht auf, von auf einer Website mit wenig Inhalt werden die angelockten Besucher schnell wieder abspringen. Bleib dran am Erstellen von Content, bevor du AdWords als flankierende Maßnahme einsetzt!

Zu spät aufgeben

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

(Weisheit der Dakota-Indianer)
Okay, du hast nicht zu früh aufgegen, aber stehst nach über 2 Jahren an diesem Punkt:

  • Dein Projekt hat immer noch magere 20 Besucher am Tag.
  • Du hast kaum Backlinks, obwohl du täglich 3 neue Beiträge schreibst.
  • Dein Shop verlauft 3 Produkte – im Monat.

Klarer Fall: An diesem Projekt ist etwas oberfaul. Hier muss an den Schrauben gedreht werden! Probiere es mit einem neuen Theme, einer oder einem völlig neuen Ansatz.

Das Kind mit dem Bade ausschütten

Du willst den radikalen Schnitt, eine völlig neues WordPress-Projekt? Dann Begehe nicht den Fehler, deine ganze Arbeit wegzuwerfen! So  verwendest du die Filetstücke des alten Projekts weiter: Installiere dir das Plugin Quick Page/Post Redirect für die alte Website. Rette zumindest die 10 meist besuchten Beiträge des alten Projekts via Copy & Paste. Dann hübschst du sie auf und legst sie im neuen Blog wieder an.

Redirect 301

Redirect 301

Der Redirect 301 leitet den Traffic ohne Verluste weiter.

Das Bild oben zeigt, wie der Redirect 301 mit dem Plugin funktioniert: Links die relative URL des Beitrags auf der alten Domain eintragen, rechts die gesamte URL für die neue Domain. Nach einer Weile zeigt Google in den Ergebnisseiten die neue URL an. Mit einer 301-Weiterleitung geht dir kein Traffic verloren. Dein neues Projekt startet bereits mit etwas Traffic, der zweite Anlauf geht schneller.

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