Facebook: Schicksalsjahr 2018

Bei Facebook abmelden

2018 Facebook abmelden? Das werden sich viele User überlegen…

Facebook hat es 2018 nicht leicht. Beschuss kommt von drei Seiten:

  • NetzDG (Netzwerkdurchsetzungsgesetz) gegen Facebook
  • Bundeskartellamt gegen Facebook
  • Briten gegen Facebook

In diesem Beitrag betrachte ich Facebooks Geschäftsmodell. Eine Anleitung zum Löschen deines Facebook-Kontos findest du am Ende des Beitrags. Apropos: Ich werde mich bei Facebook nicht abmelden – aber meine Schwerpunkte verlagern.

Jetzt aber zur Sache: Seit 1.1.2018 gilt das NetzDG, das Netzwerksdurchsetzungsgesetz.

NetzDG gegen Facebook

NetzDG gegen Facebook

NetzDG gegen Facebook

Seit 2018 gilt für alle Netzwerke, die in Deutschland über mehr als 2 Millionen User verzeichnen, das NetzDG (Netzwerkdurchsetzungsgesetz). Das NetzDG verpflichtet die Netzwerk-Betreiber (z.B. Facebook), Inhalte von Usern zu löschen, falls sie diese und andere Rechtsnormen betreffen:

Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Gewaltdarstellung, üble Nachrede, Beleidigung, Verleumdung, Bedrohung, Aufforderung zu Straftaten.

Nun wurden diese unschönen Dinge auch vor dem NetzDG juristisch verfolgt. Allerdings war Facebook schwer haftbar zu machen. Das hat sich nun mit einer Verpflichtung zum Meldesystem geändert. Meldet ein User eine Beitrag an Facebook, muss Facebook reagieren. Die Löschvorschriften:

  • Bei offensichtlich rechtswidrigen Inhalten: Löschung binnen 24 Stunden ab Meldung (oder statt Löschung zumindest Sperrung für Nutzer in Deutschland)
  • Wo es Zweifel an der Rechtswidrigkeit gibt: Entscheidung binnen sieben Tagen; der „Melder“ und der Urheber des umstrittenen Inhalts müssen über Eingang und Ergebnis der Beschwerde informiert werden. Facebook muss das Vorgehen dokumentieren.

Die Strafen für Facebook sind happig, bei schweren Verstößen werden bis zu 50 Millionen Euro fällig. Nun hat Facebook diese umfangreichen Aufgaben an Arvato und andere „Zensur-Dienstleister“ übertragen. Das NetzDG schreibt zwar vor, dass das Personal geschult und betreut werden muss – aber es entscheiden juristische Laien über die Zensur.

Kritik am NetzDG

Ob das Gesetz so bleibt, steht in den Sternen, denn die Kritik ist heftig. Die wichtigsten Punkte:

  • Einschränkung der Meinungsfreiheit
  • Privatfirmen (Zensurorganisationen) spielen sich als Richter auf
  • Meldesysteme laden zur Denunziation ein
  • Kunst- und Satireseiten werden von Zensoren nicht erkannt

Über das Thema Zensur könnte man ein ganzes Buch schreiben, aber darum geht es nicht in diesem Beitrag. Wie eingangs erwähnt, beleuchte ich Facebooks Geschäftsmodell, genauer gesagt Facebooks Wettbewerbsvorteil vor dem NetzDG.

Facebooks Geschäftsmodell

Facebooks Erfolg in Deutschland beruhte bis zum NetzDG u.a. auf der gefahrlosen Platzierung strafrechtlich bedenklichen Contents – gefahrlos für Facebook, nicht für den Autor. Ich werfe diese drei Thesen in den Ring:

  • Die Betreiber unabhängiger Foren und Blogs gerieten durch Facebook in einen Wettbewerbsnachteil, viele Foren starben
  • Die Wettbewerbsverzerrung wurde durch das NetzDG aufgehoben
  • Übrig gebliebene Foren können jetzt profitieren, die Forenkultur blüht neu auf

Kartellamt gegen Facebook

Kartellamt gegen Facebook

Kartellamt gegen Facebook

Auf Facebook eingeschossen hat sich auch das Bundeskartellamt. Nun betreibt Facebook ja auch noch Instragram und WhatsApp. Die Vorwürfe der Kartellwächter:

  • Facebook missbraucht seine Marktmacht (möglicherweise)
  • Facebook, sammelt ungefragt Daten und macht nicht transparent, wie diese quer über die Netzwerke verwendet und zu Geld gemacht werden.

Salopp gesagt: Das Bundeskartellamt schießt sich auf Facebook ein.

Briten gegen Facebook

Briten gegen Facebook

Briten gegen Facebook

Auch die Briten hieben auf Facebook ein: Wer wie Facebook mit extremistischem Content dealt, soll mit Strafsteuern belegt werden, so der Sicherheitsminister Ben Wallace laut BBC.

Kein guter Start für Facebook. Wer auf Facebook verzichten möchte. Bitte sehr: Facebook abmelden.

Facebook abmelden

Facebook Account löschen

Facebook Account löschen

So löschst du deinen Facebook-Account:

Im nächsten Fenster wird es dann ernst:

Facebook permanent löschen

Facebook permanent löschen

  1. Das Passwort deines Accounts eingeben
  2. Das Captcha entziffern
  3. Das Captcha eingeben

Mit einem Klick auf OK bist du Facebook dann los – aber auch noch nicht endgültig. Du musst auch noch den Facebook-Messenger löschen und dich eine Weile nicht mehr bei Facebook einloggen.

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