Lebensmittel im Onlineshop verkaufen

Lebensmittel online bestellen

Lebensmittel online bestellen

Der Einkauf vom Lebensmitteln macht im stationären Handel keinen Spaß. Die „Entspannungsmusik“ verursacht Ohrenschmerzen, die Schlangen sind lang und die Verkäufer am Limit. Wer als Kunde nicht in 10 Sekunden seine Waren vom Band in die Einkaufstasche bugsiert hat, erntet den bösen Blick der Kassiererin und das Murren der Wartenden. Wer eine Stunde vor Ladenschluss auftaucht, wird von den Bodenwischern von den Regalen abgedrängt.

Der Kunde ist zugleich Störenfried und unfreiwilliger Mitarbeiter des Ladens, in dem er einkauft. Seine ehrenamtlichen Aufgaben:

  • Dem überforderten Personal melden, wenn der Flaschenrückgabe-Automat voll ist und piepst.
  • Die überforderte Verkäuferin um eine  Papiertüte bitten, die sie dann hervorkramen muss.
  • Dieses komischen Warentrenner auf Band legen.

Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen in der Vorweihnachtszeit. Kein Wunder, dass sich immer mehr Kunden ihre Lebensmittel im Onlineshop bestellen bequem nach Hause liefern lassen.

Amazon Fresh als Bedrohung

Was macht nun der stationäre Lebensmittel-Einzelhandel? Er fühlt sich von Amazon Fresh bedroht, er beklagt die Konkurrenz, die Angst vor der Insolvenz geht um. Verbandsvertreter beklagen, dass Arbeitsplätzen vernichtet werden. Vielleicht hat der Einzelhandel aber auch noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt. Der Onlinevertrieb ist heute ein festes Standbein des Einzelhandels und da entstehen auch Arbeitsplätze: für Shop-Administratoren, WordPress- und WooCommere-Experten, Lageristen und Kuriere. Also hört auf zu flennen, liebe Lebensmittelhändler, und wacht endlich auf! Beklagt nicht Amazon und Lieferando, sondern stellt selbst was auf die Beine! Auch wenn die Margen im Lebensmittelhandel niedrig sind – der Onlinehandel ist gekommen um zu bleiben! 😉 Und so neu ist das ja alles auch nicht. Den Getränkelieferanten gibt es seit 100 Jahren und heute wird eben nicht mehr per Telefon sondern im Onlineshop bestellt.

Erfolgsrezepte für den Lebensmittelhandel

Noch ist der Online-Anteil bei Lebensmitteln gering, aber die Branche wächst. Steigende Nachfrage verzeichnen nicht nur die großen Anbieter, sondern auch die Nischen-Shops. Edle Weine und regionale Spezialitäten sind gefragt. Die Voraussetzungen, um als Shop-Startup Kunden zu gewinnen:

Späte Lieferzeiten

Die Stunde des Onlinehandels schlägt, wenn der stationäre Handel seine Wachposten an den Eingängen aufmarschieren lässt und die Rollgitter bei Aldi, Lidl und Edeka wie eine Guillotine heruntersausen: Um 20 Uhr! Die Botschaft an die Kunden ist eindeutig: Macht euch vom Acker, ihr Störenfriede. Jeder von euch ist einer zuviel! Und wehe, es will sich noch jemand um 19.59 in den Laden mogeln!

Mit Lieferzeiten bis 24.00 lässt sich in Uni-Städten die abendliche Nachfrage nach frischen Waren bedienen. Das ist die Zeit, in der die Studenten und das Partyvolk Hunger haben. Es ist die Zeit, in der die Tankstellen mit überhöhten Preise den Schülern und Studenten das Geld aus der Tasche ziehen.

Kurzes Zeitfenster

Die Lieferzeit selbst sollte für die Abendkundschaft nicht länger als 1 Stunde betragen. Tipp: Mit einer Auslieferung auf Lastenrädern sind deine Fahrer schnell und flexibel am Kunden!

Lieferkosten ab 50 € frei

Die Lieferkosten spielen beim Lebensmittel-Onlinehandel keine geringe Rolle, denn die Margen bei den Produkten lassen wenig Spielraum. Setze die Schwelle für die kostenfreie Lieferung deshalb nicht zu niedrig an. 25 € sind ein guter Wert.

Stammkunden

Für das Tagesgeschäft brauchst du Stammkunden, die sich regelmäßig von dir beliefern lassen. Du findest sie zum Beispiel in Senioren-Wohnanlagen.

 

 

Besonderheiten im Onlinehandel mit Lebensmitteln

Was alle betrifft, die in irgendeiner Form Lebensmittel anbieten: Sie unterliegen besonderen Rechten und Pflichten. Erste Pflicht ist die Registrierung bei den Lebensmittelüberwachungsbehörden, in der zuständigen Stadt bzw. dem zuständigen Kreis. Für Online-Lebensmittelhandel gelten dann noch zusätzliche Regeln. Wichtige Quelle ist die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV), und hier insbesonder der § 14:

(1) Unbeschadet der Informationspflichten, die sich aus Artikel 9 ergeben, gilt im Falle von vorverpackten Lebensmitteln, die durch Einsatz von Fernkommunikationstechniken zum Verkauf angeboten werden, Folgendes:

a) Verpflichtende Informationen über Lebensmittel mit Ausnahme der Angaben gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe f müssen vor dem Abschluss des Kaufvertrags verfügbar sein und auf dem Trägermaterial des Fernabsatzgeschäfts erscheinen oder durch andere geeignete Mittel, die vom Lebensmittelunternehmer eindeutig anzugeben sind, bereitgestellt werden. Wird auf andere geeignete Mittel zurückgegriffen, so sind die verpflichtenden Informationen über Lebensmittel bereitzustellen, ohne dass der Lebensmittelunternehmer den Verbrauchern zusätzliche Kosten in Rechnung stellt;

b) alle verpflichtenden Angaben müssen zum Zeitpunkt der Lieferung verfügbar sein.

(2) Im Falle von nicht vorverpackten Lebensmitteln, die durch Einsatz von Fernkommunikationstechniken zum Verkauf angeboten werden, sind die nach Artikel 44 vorgeschriebenen Angaben gemäß Absatz 1 des vorliegenden Artikels verfügbar zu machen.

(3) Absatz 1 Buchstabe a gilt nicht für Lebensmittel, die in Automaten oder automatisierten Anlagen zum Verkauf angeboten werden.

Informationen für StartUps

Eine gute Anlaufstelle ist Lebensmittel-Startups ist das BVL, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Unter diesem Dach arbeitet seit Juli 2013 die gemeinsame Zentralstelle „Kontrolle der im Internet gehandelten Erzeugnisse des LFGB und Tabakerzeugnisse“, kurz G@ZIELT, Die Initiative hält eine Fülle von Informationen für den Onlinehandel mit Lebensmitteln, Kosmetika und Futtermitteln bereit.