Kaufmann im E-Commerce

Kaufmann im E-Commerce

Im Herbst 2018 hat die neue Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann begonnen. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird nach dem Dualen System durchgeführt: Im Unternehmen und der Berufsschule.

Ausbildungsinhalte im Betrieb

Was lernen die E-Commerce-Kaufleute? Typische Inhalte im Unternehmen:

  • Artikelbeschaffung und Sortimentsgestaltung für den Onlineshop
  • Bearbeitung der Shopinhalte. Erstellung von Produkten und Produktinformationen
  • Verkaufsfördernde Platzierung von Produktbildern. Produkte in Szene setzen
  • Weiterentwicklung und redaktionelle Pflege des Online-Shops
  • Usability, Cross- und Upselling
  • Instrumente des Onpage-Marketings
  • Firmenblogs, Communities und Marketingaktionen
  • Instrumente des Online-Marketings einsetzen (u.a. Suchmaschinenmarketing, Affiliate-Marketing, Newsletter-Marketing)
  • Pflege von Social-Media-Inhalten. Schwerpunkte: Facebook, Instagram, Youtube, Twitter, Pinterest, Snapchat und WhatsApp
  • Entwicklung von Social-Media-Kampagnen Schwerpunkte: Facebook, Instagram, Youtube, Twitter, Pinterest, Snapchat und WhatsApp
  • Kennenlernen von Verknüpfungen zwischen stationärem und Online-Handel
  • Multi-Channel-Marketing
  • Kundendaten und Zahlungsdaten rechtskonform erheben
  • Rechtliche Aspekte: Allgemeine Geschäftsbedingungen, Fernabsatzrecht, Regelungen zu Gewinnspielen, branchenspezifischeRegelungen des UWG, Preisangabenverordnung und Datenschutz
  • Instrumente des Controlling im Online-Vertrieb: Web-Analysetools / betriebswirtschaftliche Kennziffern

Die Ausbildungsordnung zum Kaufmann im E-Commerce

Gesetzliche Grundlage für den betrieblichen Teil der Ausbildung ist die Ausbildungsordnung. Die Ausbildungsverordnung zum Kaufmann im E-Commerce wurde am 18. Dezember 2017 im Bundesgesetzblatt.veröffentlicht und ist zum 1. August 2018 in Kraft getreten.

Lernfelder an der Berufsschule

Kaufmann im E-Commerce. Lernfelder an der Berufsschule
Kaufmann im E-Commerce. Lernfelder an der Berufsschule

Der Lehrplan für die Berufsschule ist in 12 Lernfelder unterteilt:

  1. Das Unternehmen präsentieren und die eigene Rolle mit gestalten
  2. Online-Sortimente gestalten und die Beschaffung unterstützen
  3. Verträge im Online-Vertrieb anbahnen und bearbeiten
  4. Werteströme erfassen, auswerten und beurteilen
  5. Rückabwicklungsprozesse und Leistungsstörungen bearbeiten
  6. Servicekommunikation kundenorientiert gestalten
  7. Online-Marketing-Maßnahmen umsetzen und bewerten
  8. Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern
  9. Online-Vertriebskanäle auswählen
  10. Den Online-Vertrieb kennzahlengestützt optimieren
  11. Gesamtwirtschaftliche Einflüsse bei unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen
  12. Berufsbezogene Projekte durchführen und bewerten
  • Erstes Lehrjahr: Lernfelder 1-4
  • Zweites Lehrjahr: Lernfelder 5-8
  • Drittes Lehrjahr: Lernfelder 9-12

Hier findest du eine Liste der Berufsschulen.

Voraussetzung

Vorgeschrieben ist kein bestimmer Schulabschluss, aber in den meisten Stellenausschreibungen wird Mittlere Reife oder Abitur verlangt. Weitere Einstellungskriterien der Arbeitgeber:

  • Gute Noten in Mathematik und Informatik
  • Spaß an Trends im E-Commerce
  • Selbständige Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit und Belastbarkeit
  • Englischkenntnisse
  • Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung findet als „gestreckte Prüfung“ statt. Die Note der Zwischenprüfung zählt also für die Gesamtnote. Hier findest du alle  Informationen zur Abschlussprüfung

Gehalt

Das Gehalt orientiert sich an anderen kaufmännischen Lehrberufen (Kaufleuten im Einzelhandel und Kaufleute im Großhandel). So viel verdienst ein Azubi ungefähr in den drei Lehrjahren:

  • 1. Lehrjahr: 800 Euro
  • 2. Lehrjahr: 800 – 900 Euro
  • 3. Lehrjahr: 900 Euro aufwärts

Arbeitsmarkt-Prognose

Welche Berufsausbildung ist besser?

  • Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel oder
  • Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce?

Der stationäre Handel stirbt nicht aus, aber die Verschiebung zum Onlinehandel ist nicht mehr aufzuhalten:

  • Ladengeschäfte schließen oder verlagern ihrer Unternehmenstätigkeit in den E-Commerce
  • In den überlebenden Ladengeschäften wird immer weniger Personal benötigt
  • Der E-Commerce verzeichnet jährlich zweistellige Wachstumszahlen
  • Das Bargeld verschwindet. Geldbörse war gestern, Kreditkarte ist heute, Google Pay ist morgen.

Fazit: Die Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce ist zukunftssicher.

Der Kaufmann im E-Commerce schließt Lücken

Die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce schließt zwei große Lücken:

  • Die Lehrplanlücke. In den bisherigen Lehrplänen wurden die typischen Anforderungen für den Onlinehandel nur stiefmütterlich behandelt.
  • Die Ausbildungslücke. Bisher durfen reine Onlinehändler keine Groß- oder Einzelhandelskaufleute ausbilden.

Ausbildende Betriebe

Zwei Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um Ausbildungsplätze zum Kaufmann im E-Commerce anbieten zu können;

  • Ein Mitarbeiter des Unternehmens muss eine Ausbildereignungsprüfung bei der IHK abgelegt haben und als Ausbilder geeignet sein.
  • Das Unternehmen muss im E-Commerce tätig sein.

Portal für Ausbildungsbetriebe

Für Ausbildungsbetriebe wurde dieses Portal eingerichtet: www.ecommerce-ausbilden.de. Ausbildende Unternehmen können dort ihre die Postleitzahl und die geplante Anzahl von Ausbildungsplätzen für den Kaufmann im E-Commerce eintragen. Die Verteilung dient den regionalen IHKs und Bezirksregierungen zur Planung der Berufsschul-Standorte. Getragen wird ecommerce-ausbilden.de von diesen Verbänden und Unternehmen:

  • bevh – Bundesverband E-Commerce und Versandhandel
  • BVOH – Bundesverband Onlinehandel
  • EHI – Serviceorganisation für Onlinehändler, vergibt Siegel für Onlineshops
  • Händlerbund – Serviceorganisation für Onlinehändler, vergibt Siegel für Onlineshops
  • real-digital.de – Anbieter für diverse Onlineshops und den real-Marktplatz
  • Trusted Shops – Serviceorganisation für Onlinehändler, vergibt Siegel für Onlineshops