WordPress5

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WordPress 5, WTF? Ist denn nicht gerade erst WordPress 4.8 erschienen? Ja schon, aber es wird in WordPress 2018 eine große Änderung geben. Es ist also kein Fehler, sich jetzt mit der Zukunft auseinanderzusetzen – jedenfalls wenn du Projekte langfristig am Laufen halten willst. Ich rede hier von Websites, die 10 Jahre Content ansammeln, und deswegen bei Google oben ranken. Worum geht es bei dieser Änderung? Um den Einbau des neuen Gutenberg-Editors, der ja schon für heftigen Wirbel in der WordPress-Community sorgt.

Gutenberg vs TinyMCE

Alt: TinyMCE-Editor

WordPress-Editor

Der bisherige WordPress-Editor Tiny MCE

Ausgewechselt werden soll der Editor, also das Teil, mit dem du deine Beiträge und Seiten erstellst, deine Texte und Bilder arrangierst. Im Bild oben siehst du den bisherigen Editor, das Ding nennt sich Tiny MCE und ist recht simpel aufgebaut. Der Nachteil des TinyMCE: Für eine vernünftige Formatierung braucht man HTML-Kenntnisse. Man muss zumindest wissen, wie Tags funktionieren und das lesen können, was sich hinter dem Register Text verbirgt (gemeint ist der HTML-Code).

Neu: Gutenberg-Editor

Der neue Gutenberg-Editor

Der neue Gutenberg-Editor

Der neue Gutenberg-Editor arbeitet mit Blöcken, ich hab das Handling mal ein bisschen ausprobiert:

  1. Hier siehst du ein Zitat in einem eigenen Block.
  2. Hier bildet ein Text einen eigenen Block.
  3. Eine Überschrift H2 bildet einen Block, also eine Überschrift zweiter Ordnung.
  4. Eine Liste bildet einen Block.
  5. Ein Bild bildet einen Block.

Der Bild-Block ist gerade aktiv, deshalb siehst du oben die Bearbeitungsmöglichkeiten und rechts das Zahnrad und die Mülltonne.

Und das steckt dahinter: Im Gutenberg-Editor bearbeitest du nicht mehr den Beitrag als Ganzes, sondern nur noch einen bestimmten Block. Die Idee dahinter: Weniger HTML und CSS, mehr Page-Builder. WordPress wird ein bisschen mehr zum Baukastensystem wie Jimdo oder Wix. Wohlgemerkt, ein bisschen! Eng wird es mit dem Gutenberg-Release für etablierten Pagebuilder, denn wozu sollte man eine zusätzliche Technik einsetzen, wenn sie schon in WordPress selbst integriert ist.

Gutenberg-Editor in WordPress 4.9 oder 5.0?

WordPress 4.9

In der Alpha-Version von WordPress 4.9 ist der Gutenberg-Editor noch kein Standard

Noch gibt es keine verlässliche Aussage darüber, wann der Gutenberg-Editor den Tiny MCE ablösen wird. Ich habe mir mal die Alpha-Version von WordPress 4.9 installiert und den Editor aufgerufen. Dort ist noch kein Gutenberg im Core enthalten. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Wechsel erst mit dem Update von WordPress 4.9 auf 5.0 vollzogen wird.

Gutenberg-Editor testen

Das Plugin Gutenberg-Editor

Das Plugin Gutenberg-Editor

Falls du den Gutenberg-Editor selbst testen willst: Lade ihn dir aus dem offiziellen Plugin-Verzeichnis herunter. Voraussetzung ist WordPress 4.8 oder höher. Achtung: Gutenberg ist noch Beta, also verwende den Editor nicht in einer Produktiv-Umgebung.

Mehrere Spalten mit dem Gutenberg-Editor?

Aktuell ist es noch nicht möglich, mit dem Gutenberg-Editor mehrere Spalten zu bearbeiten. Bleibt abzuwarten, ob dieses Feature mit einer Version Gutenberg 2 Einzug hält. Das wäre dann aber der endgültige Todesstoß für die Pagebuilder.

Pro und kontra Gutenberg-Editor

Gutenberg-Editor 0.5Die Ratings für den Gutenberg-Editor 0.5 zeigen, welcher Sprengstoff sich für die WordPress-Community hinter dem neuen Editor verbrigt. Die durchschnittliche Bewertung liegt 2,5 Sternen, also ziemlich negativ. Sehr aufschlussreich ist ein Blick auf die Einzelbewertungen der WordPress-Community. 18 User vergeben fünf Sterne, 43 User nur einen. Der Editor wird also nicht von allen bejubelt. Deshalb meine pro & kontra Gutenberg-Liste:

Pro Gutenberg-Editor

  • Gutenberg macht Page-Builder überflüssig
  • Gutenberg ist für Anwender ohne HTML- und CSS-Kenntnisse einfacher zu bedienen

Kontra Gutenberg-Editor

  • Gutenberg legt Code als HTML-Kommentare ab, bläht also den Code auf
  • Gutenberg ist für eingefleischte HTML-Coder sehr gewöhnungsbedürftig

Was du als WordPress-Admin tun musst

Finger weg von Pagebuilder-Themes. Mit dem neuen Editor greift WordPress den Pagebuilder-Gedanken auf. Ich sehe hier zukünftig ein starkes Konfliktpotenzial zwischen den ohnehin schon überfrachteten Pagebuilder-Themes und dem WordPress-Core.

So weit meine persönliche Einschätzung zu möglichen Konflikten. Ansonsten bin ich noch unschlüssig, ob ich mich der 1-Stern- oder der 5-Stern-Fraktion anschließen soll. Blöd ist, dass ich gerade einige WordPress-Projekte neu plane, auf denen sich Kunden dann selbständig einloggen. Freuen die sich nun, oder nicht? Soll ich die frühzeitig mit dem Gutenberg-Editor vertraut machen? Wird es nach WordPress 5.0 noch möglich sein, alles auf der Basis von TinyMCE weiter zu betreiben? Fragen über Fragen …

Wenn du selbst etwas pro oder kontra Gutenberg-Editor loswerden möchtest, dann schreib es bitte als Kommentar. 😉 Ich bin gespannt auf  Feedback …

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