Was kostet ein WordPress-Shop?

Kosten für einen Onlineshop

Ein WordPress-Shop ist zwar nicht kostenlos, aber im Vergleich kostengünstig? In diesem Beitrag habe ich eine grobe Kalkulation aufgestellt. Für externe Dienstleister wurde ein Stundenlohn von 50 Euro angesetzt. Billiger findest du keine seriösen Anbieter, nicht für eine einfache WordPress-Website und schon gar nicht für einen WordPress-Shop.

Voraussetzungen für einen Onlineshop

Freunde, Fans und Follower

Freunde, Fans und Follower: Das neue Buch für den erfolgreichen Social-Media-Auftritt. Alles Wichtige zu Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Pinterest, Snapchat und WhatsApp.

Ein minimaler WordPress-Shop beschränkt sich bei den Zahlungsmethoden auf die Vorkasse und im Design auf das Standardtheme oder Storefront. Allerdings lohnt sich so ein Shop nur für die wenigsten Einsatzgebiete. Wer Geld verdienen möchte, muss ein bisschen mehr Zeit oder Geld investieren.

In meiner Kostenaufstellung gehe ich von einem Shop aus, der drei der fünf wichtigsten Zahlungsarten anbietet und eine Sortimentsbreite von 10-100 Produkten umfasst. Ich rechne damit, dass du die folgenden WordPress-Basics halbwegs beherrschst oder lernen möchtest:,

  • Shop-Domain ist angemietet, und zwar bei einem guten Provider. Mindestvoraussetzungen sind PHP7 und die Möglichkeit zur Verschlüsselung mit einem SSL-Zertifikat. Nur so am Rande: Bei United Domains kannst du keine SSL-Zertifikat einrichten (Stand Oktober 2017).
  • Du kannst ein Verzeichnis auf einem Webserver anlegen und deiner Domain zuweisen.
  • Dein Shop-Logo ist fertig.
  • Dein Header-Bild ist fertig und sieht gut aus.
  • Rechtssichere Produktbilder sind vorhanden.
  • Du hast Grundkenntnisse in WordPress. Du kannst Themes und Plugins installieren und aktivieren und Widgets einsetzen. Du weißt, wie man Menüs anlegt, sortiert und platziert.
  • Du hast Grundkenntnisse als Webmaster. Du weißt, wozu ein FTP-Programm verwendet wird und wie das Einrichten einer Datenbank bei einem Provider funktioniert.

Falls du diese WordPress-Basics nicht beherrscht, solltest du noch einmal 1000-1200 Euro auf die Kalkulation draufschlagen. Kleiner Tipp, falls du nur Bahnhof verstehst: ein WordPress-Meetup besuchen. 😉 Jetzt aber zum eigentlichen Beitrag: Was kostet ein WordPress-Shop?

Planungskosten für das technische Shop-Konzept

Los geht es mit einem Konzept für die technische Umsetzung deines Shops, sprich die Auswahl der Plugins. Die Möglichkeiten:

Mit der Auswahl der Shop-Plugins stellst du wichtige Weichen. Recherchiere bei den Anwendern und probiere auch Demoversionen aus. Tipp:

  • WooCommerce ist kostenlos
  • wpShopGermany kannst du kostenlos testen
  • für WooCommerce Germanized gibt es eine kostenlose Version, bezahlen musst du nur für die Premium-Variante

Rechne für diesen Prozess mit drei Stunden Arbeitszeit oder mit 150 Euro eine Beratung bei einem Dienstleister für WordPress-Shops.

Kosten für die Installation von WordPress

Die Installation von WordPress ist nicht schwer. Das kommt auf dich zu:

  • Anlage der mySQL-Datenbank im Kundencenter deines Providers
  • Eingabe der Zugangsdaten für die Datenbank in der Datei wp-config.php
  • Uploads via FTP, mit FireFTP oder Filezilla

Als Anfänger benötigst du ungefähr 2 Stunden Zeit. Wenn dir das zu kompliziert ist, bezahle 100 Euro an einen Dienstleister. Hinweis: Zwei Stunden musst du ansetzen, wenn du WordPress oder ein anderes CMS noch nie auf eigenem Webspace installiert hast. Mit Erfahrung dauert die Installation nur 5 Minuten, deshalb wirbt WordPress mit der „5-Minuten-Installation“.

Achtung: Finger weg von 1-Klick-Installationen. Zum Ausprobieren ist sowas nicht schlecht, aber für einen funktionsfähigen Onlineshop benötigst du eine echte Installation. Bei 1-KLick-Installationen erlaubt die der Provider nämlich nur sher begrenzte Möglichkeiten zur Konfiguration.

Kosten für Theme-Auswahl und Theme-Anpassung

Die Zeit für die Auswahl und Anpassung eines WordPress-Themes wird leicht unterschätzt. Auch wenn es Spaß macht, an den Farben, der Typographie oder der Anordnung von Widgets zu schrauben: Rechne mit 12 Stunden. Oder 600 Euro für einen Designer, der auch die CSS-Datei anpasst. Tipp: Wähle einen Designer mit WordPress-Erfahrung.

Noch ein bisschen mehr musst du für Premium-Themes ausgeben. Auch hier noch ein Tipp: Nicht alles, was bei Envato glänzt, ist das Geld auch wert. Viele Premium-Themes sind ziemlich überladen und fordern eine hohe Einarbeitungszeit. Wenn du ein Theme kaufst, dann am besten ein schlankes – ohne Page-Builder. Die könnten nämlich Probleme verursachen, sobald der Gutenberg-Editor in den WordPress-Core wechselt.
Kleiner Tipp: Hier findest du eine pro & contra-Liste zu kostenlosen Themes.

Kosten für die Konfiguration von Shop-Plugins

Installiert sind WooCommerce bzw. wpShopGermany schnell, aber die Konfiguration verlangt eine gewisse Einarbeitung. Das sind die Basics:

  • Standort, Sprache und Währung einstellen.
  • Maßeinheiten einstellen.
  • Besteuerung einstellen (Steuersätze 0, 7 oder 19 %).
  • Versandzonen und Versandgebühren definieren.
  • Zahlungsarten im Shop-Plugin einstellen (siehe nächsten Punkt, um die Zahlungsarten überhaupt zu ermöglichen).
  • Einfügen der rechtlich geforderten Pflichttexte

Rechne mit 10 Stunden Arbeitszeit oder 500 Euro, wenn du eine Agentur beauftragst.

Kosten für Zahlungssysteme

Wenn ein Kunde seine gewohnte Zahlungsart nicht findet, bricht er den Kauf ab und wechselt zur Konkurrenz. Die richtige Mischung der Zahlungssysteme ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für jeden Onlineshop! Mischung heißt: Biete nicht alle Zahlungsarten an, aber diejenigen, die deine Kundschaft bevorzugt! Hier findest du eine Kurzbeschreibung der wichtigsten Zahlungsarten: Stripe, PayPal, Rechung, SEPA und Kreditkarte.

Mal abgesehen von den laufenden Kosten, also den Gebühren pro Transaktion: Das Einarbeiten in die Funktionen von PayPal-Händleraccount und Stripe und die Beantragung einer Gläubiger-ID bei der Deutschen Bundesbank kosten dich zusammen etwa 10 Stunden Arbeitszeit – oder 500 €, wenn du einen auf Onlinezahlungen spezialisierten Dienstleister einspannst.

Kosten für SSL und WordPress-Security

Von http auf https

Das Thema Sicherheit solltest du als Shopbetreiber nicht auf die leichte Schulter nehmen! Entweder arbeitest du dich selbst ein oder du nimmst externe Hilfe in Anspruch. Rechne mit 4 Stunden Arbeit oder 200 Euro Kosten, um vor der Installation eine SSL-Verschlüsselung einzurichten und ein zusätzliches Sicherheits-Plugin zu konfigurieren, beispielsweise iThemes Security.

Etwas mehr Geld bzw. Zeit musst du aufwenden, falls du WordPress auf einer HTTP-Domain (ohne SSL) aufgesetzt hast, und später auf eine HTTPS-Domain (mit SSL) wechselst. Notwendig sind dann nämlich:

  • Ein Seitenumzug von HTTP zu HTTPS
  • Eine Erzwingung von HTTPS
  • Eine Weiterleitung von den alten auf die neuen URLs

Rechne für die HTTPS-Umstellung mit 4 Stunden Arbeitszeit bzw. 200 Euro Kosten.

PS: Das WooCommerce-Plugin der PayPal-Alternative Stripe lässt sich ohne HTTPS gar nicht aktivieren. Ohne HTTPS kein Stripe! Langfristig gilt: Ohne HTTPS keine WordPress.

Antispam-Plugin ist Pflicht

wp Spamshield

Was du mit Sicherheit benötigst, ist ein Antispam-Plugin. Auf onlineshop-diy habe ich WP-Spamshield im Einsatz.

Kosten für Backups

Über die Arten von Backups streiten sich die Geister. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Backup-Plugins einsetzen
  • Backups per Hand durchführen

Ich gehe von einer minimalen Backup-Lösung aus, einer manuellen Sicherung in einem Turnus von 2 Monaten. Hier findest du eine Anleitung: WordPress manuell sichern. Eine einzelne Sicherung einschließlich der Archivierung der heruntergeladen Dateien und der Datenbank dauert ungefähr 30 Minuten. Pro Jahr wären das 3 Stunden Zeit oder 150 Euro Kosten.

Kosten für Performance und SEO-Basics

Ein Shop muss schnell geladen werden und bei Google sichtbar sein. Für die absoluten Basics zu Performance und SEO benötigst du mindestens 4 Stunden oder einen Profi, der dafür 200 Euro verlangt.

Was in der Kalkulation fehlt, aber nicht verschwiegen werden soll: Für eine dauerhafte und wirksame Sichtbarkeit bei Google genügt es nicht, nur die SEO-Grundeinstellungen vorzunehmen und ein paar Backlinks aufzubauen. Wenn du dauerhaft bei Google oben bleiben willst, dann kümmere dich um deinen Unternehmensblog!

Kosten für den Unternehmensblog

Berichte regelmäßig über neue Produkte und Dienstleistungen, veranstalte Gewinnspiele und veröffentliche Gastbeiträge und Interviews. Die beste Suchmaschinenoptimierung ist immer noch ein stetig wachsender und hochwertiger Content, passend zu den Artikeln des Shops. Eine festen Betrag nenne ich hier nicht, denn das Ganze hängt davon ab, wie intensiv du bloggen möchtest. Manche bloggen 3 x am Tag, andere 3 x im Jahr.

PS: Ich versuche, mindestens wöchentlich zu bloggen und quetsche gerne Leute aus. Hier findest du meine Händler-Interviews.

Summe der Kosten für einen WordPress-Shop

Kosten für einen Onlineshop

  • Konzept entwickeln: 3 Stunden / 150 Euro
  • Installation: 2 Stunden / 100 Euro
  • Design: 12 Stunden / 600 Euro
  • Zahlungssysteme: 10 Stunden / 500 Euro
  • Security: 4 Stunden / 200 Euro
  • Backups: 3 Stunden / 150 Euro
  • SEO-Basics: 4 Stunden / 200 Euro

Summe für einen Onlineshop im ersten Jahr: 38 Stunden Eigenarbeit oder 1900 Euro für die Beauftragung einer WordPress-Agentur.  Im zweiten Jahr sind die Kosten geringer. Hinzu kommt der Aufwand für das Bloggen, also die Unterhaltung deiner Leserschaft, gemischt mit Informatuionen über deine Produkte im Shop.

Kosten für ein Ladengeschäft

Kosten für ein Ladengeschäft

Die Kosten für ein Ladengeschäft hängen von den Standortfaktoren ab. Je besser die Standortfaktoren, desto höher die Mietkosten! Die vier wichtigsten Standortfaktoren: Einzugsgebiet, Kaufkraft, Konkurrenz und Lage.

Freunde, Fans und Follower

Freunde, Fans und Follower: Das neue Buch für den erfolgreichen Social-Media-Auftritt. Alles Wichtige zu Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Pinterest, Snapchat & WhatsApp. Alle Kanäle effektiv bespielen.

  • Das Einzugsgebiet des Ladengeschäfts hängt von der Größe der Stadt und vom Sortiment ab.
  • Die Kaufkraft der Stadt ermittelt die GFK. Der Durchschnitt liegt bei 100. München verfügt über einen Kaufkraftindex von 135, in Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Durchschnitt 83.
  • Die Konkurrenz. Bevor du einen stationären Laden eröffnest, google zuerst, wie viele Mitbewerber sich schon auf dem Markt und in deinem Einzugsgebiet befinden.
  • Die Lage. Liegt dein Laden im Zentrum, dann erhältst du mehr Laufkundschaft, allerdings bei höheren Mietkosten. Für bestimmte Waren spielt die Frequentierung durch Touristen oder Pendler eine große Rolle.

Laufende Miete und Nebenkosten für einen Ladengeschäft: Ab 15.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch die einmaligen Kosten für die Ladeneinrichtung. Wenn du Mobiliar ablösen muss, kann dich die Gründung im ersten Jahr auch 100.000 Euro kosten.

Kostenvergleich Laden vs Onlineshop

Für das erste Jahr kostet dich ein Ladengeschäft 15.000 Euro, ein Onlineshop 1.900 Euro. Natürlich sind das Mindestwerte, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Du findest jederzeit eine WordPress-Agentur, die dir für einfache Website für 5.000 Euro berechnet und für einen Onlineshop 20.00o Euro. Oder ein Ladengeschäft mit 10.000 Euro Monatsmiete. 😉 Aber es zwingt dich niemand, solche Wucherpreise anzunehmen.

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann schau doch auch mal in mein Buch: Onlineshops mit WordPress.

 

Kommentar verfassen