Was kostet ein WordPress-Shop?

Gutenberg mit Geldstücken

Geld verdienen mit WordPress – und einem Onlineshop

WordPress ist kostenlos. Der größte Kostenfaktor für einen WordPress-Shop heißt Arbeitszeit.

  • Enweder leistest du die Arbeit selbst, oder du nimmst eine Agentur in Anspruch
  • Für die Onlineshop – Kalkulation habe ich einen Stundenlohn von 50 Euro angesetzt. Billiger arbeitet keine WordPress-Agentur, die Geld verdienen möchte. 😉

Ein durchschnittlicher Onlineshop

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In meiner Kostenaufstellung gehe ich von einem WordPress-Shop aus, der Zahlungsarten wie PayPal, Stripe und SEPA anbietet und eine Sortimentsbreite von 10-100 Produkten umfasst. Basics zu WordPress & Shop sollten vorhanden sein:

  • Du kannst ein Verzeichnis auf einem Webserver anlegen und deiner Domain zuweisen.
  • Du weißt, wozu ein FTP-Programm verwendet wird und wie das Einrichten einer Datenbank beim Provider funktioniert.
  • Du hast Grundkenntnisse in WordPress. Du kannst Themes und Plugins installieren, aktivieren und Widgets einsetzen. Du weißt, wie man Menüs anlegt, sortiert und platziert.
  • Dein Shop-Logo ist fertig.
  • Dein Shop-Headerbild ist fertig und sieht gut aus.
  • Rechtssichere Produktbilder sind vorhanden.

Falls du die WordPress-Basics nicht beherrscht, solltest du 1000-1200 Euro auf die Kalkulation draufschlagen, oder ein WordPress-Meetup besuchen. 😉 Jetzt aber zum Beitrag: Was kostet ein WordPress-Shop?

Serverkosten

Im Vergleich mit Magento ist WordPress bei den Anforderungen an den Webspace genügsam. Einen eigenen Server benötigst du am Anfang  nicht. Miete dir bei einem guten Provider ein normales Hostingpaket. Mindestvoraussetzungen sind PHP7 und die Möglichkeit zur Verschlüsselung via SSL-Zertifikat. Nur so am Rande: Bei United Domains kannst du kein SSL-Zertifikat einrichten (Stand November 2017).

  • Serverkosten pro Jahr: 100 Euro inklusive SSL-Zertifikat.

Planungskosten für das Plugin-Konzept

Los geht es mit einem Konzept für die technische Umsetzung deines Shops, sprich der Auswahl der Plugins. Die Möglichkeiten:

Mit der Auswahl der Shop-Plugins stellst du wichtige Weichen. Recherchiere bei den Anwendern und probiere Demoversionen aus. Tipp:

  • WooCommerce ist kostenlos
  • wpShopGermany kannst du kostenlos testen
  • für WooCommerce Germanized gibt es eine kostenlose Version, bezahlen musst du für Variante Germanized Pro

Rechne für das Testen und Auswählen von Plugins mit drei Stunden Arbeitszeit oder mit 150 Euro eine Beratung bei einem Dienstleister für WordPress-Shops.

Kosten für die Installation von WordPress

Die Installation von WordPress ist nicht schwer. Das kommt auf dich zu:

  • Anlage der mySQL-Datenbank im Kundencenter deines Providers
  • Eingabe der Zugangsdaten für die Datenbank in der Datei wp-config.php
  • Uploads via FTP, mit FireFTP oder Filezilla (Achtung, UD Media blockiert FireFTP, Stand November 2017)

Als Anfänger benötigst du ungefähr 2 Stunden Zeit. Wenn dir das zu kompliziert ist, bezahle 100 Euro an einen Dienstleister. Hinweis: Zwei Stunden musst du ansetzen, wenn du WordPress oder ein anderes CMS noch nie auf eigenem Webspace installiert hast. Mit Erfahrung dauert die WordPress-Installation nur 5 Minuten, deshalb wirbt WordPress mit der „5-Minuten-Installation“.

Achtung: Finger weg von 1-Klick-Installationen. Zum Ausprobieren ist das nicht schlecht, aber für einen funktionsfähigen Onlineshop benötigst du eine echte Installation. Bei 1-Klick-Installationen erlaubt der Provider nur begrenzte Möglichkeiten zur Konfiguration.

Kosten für Theme-Auswahl und Theme-Anpassung

Storefront Child Themes

Storefront und Storefront Child Themes – Storefont ist kostenlos, die Childthemes sind teilweise kostenpflichtig

Die Zeit für Auswahl und Anpassung eines WordPress-Shop-Themes wird leicht unterschätzt. Du mehrere Tage damit verbringen, Farben und Typographie zu ändern oder Widgets anzuordnen: Rechne mit 12 Stunden Arbeitszeit. Oder bezahle 600 Euro für einen Designer, der  die Feinheiten vornimmt und die CSS-Datei manuell anpasst. Tipp: Wähle einen Designer mit WordPress-Erfahrung.

Mehr Geld musst du für Premium-Themes ausgeben. Auch hier noch ein Tipp: Nicht alles, was bei Envato glänzt, ist das Geld wert. Viele Premium-Themes sind überladen und fordern eine hohe Einarbeitungszeit. Wenn du ein Theme kaufst, dann am besten ein schlankes – ohne Page-Builder. Die könnten nämlich Probleme verursachen, sobald der Gutenberg-Editor in den WordPress-Core wechselt.
Kleiner Tipp: Hier findest du eine pro & contra-Liste zu kostenlosen Themes.

Kosten für die Konfiguration von Shop-Plugins

Onlineshop konfigurieren

Shop-Standort, Maßeinheiten, Produktbewertungen, Versand … der Onlineshop wird konfiguriert

Installiert sind WooCommerce bzw. wpShopGermany schnell, aber die Konfiguration verlangt eine gewisse Einarbeitung. Das sind die Basics:

  • Standort, Sprache und Währung einstellen.
  • Maßeinheiten einstellen.
  • Besteuerung einstellen (Steuersätze 0, 7 oder 19 %).
  • Versandzonen und Versandgebühren definieren.
  • Zahlungsarten im Shop-Plugin einstellen (siehe nächsten Punkt, um die Zahlungsarten überhaupt zu ermöglichen).
  • Einfügen der rechtlich geforderten Pflichttexte

Rechne mit 10 Stunden Arbeitszeit oder 500 Euro, falls du eine WordPress-Shop-Agentur beauftragst.

Kosten für Zahlungssysteme

PayPal Geschäftskonto einrichten

PayPal-Geschäftskonto einrichten

Was macht ein Kunde, der seine gewohnte Zahlungsart nicht findet? Er bricht er den Kauf in deinem Shop ab und klickt zur Konkurrenz. Die richtige Mischung der Zahlungssysteme ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für jeden Onlineshop!

Mischung heißt: Biete nicht alle Zahlungsarten an, aber diejenigen, die deine Kundschaft bevorzugt! Hier findest du eine Kurzbeschreibung der wichtigsten Zahlungsarten: Stripe, PayPal, Rechung, SEPA und Kreditkarte.

Mal abgesehen von den laufenden Kosten, also den Gebühren pro Transaktion – hier musst du dich einarbeiten:

  • PayPal-Händleraccount – du benötigst einen speziellen Händleraccount
  • Stripe-Händleraccount –  Stripe stellt nur Händleraccounts zur Verfügung
  • Beantragung einer Gläubiger-ID bei der Deutschen Bundesbank – hier musst du dich durch einige Fenster auf der Bundesbank-Website quälen 😉

Die Realisierung der Online-Bezahlsysteme kostet dich etwa 10 Stunden Arbeitszeit – oder 500 €, wenn du einen auf Onlinezahlungen spezialisierten Dienstleister einspannst.

Kosten für WordPress-Security

Von http auf https

Das Thema Sicherheit solltest du als Shopbetreiber nicht auf die leichte Schulter nehmen! Arbeite dich ein oder du nimm externe Hilfe in Anspruch. Rechne mit 4 Stunden Arbeit oder 200 Euro Kosten, um vor der Installation eine SSL-Verschlüsselung einzurichten und ein zusätzliches Sicherheits-Plugin zu konfigurieren, beispielsweise iThemes Security.

Etwas mehr Geld bzw. Zeit musst du aufwenden, falls du WordPress auf einer HTTP-Domain (ohne SSL) aufgesetzt hast, und später auf eine HTTPS-Domain (mit SSL) umziehst. Notwendig sind dann nämlich:

  • Der Seitenumzug von HTTP zu HTTPS
  • Die Erzwingung von HTTPS
  • Eine Weiterleitung von den alten auf die neuen URLs über ein 301-Redirect-Plugin

Rechne, falls du sofort auf eine HTTPS-Domain installiert hast, für die Sicherung deiner Website mit 4 Stunden Arbeitszeit bzw. 200 Euro Kosten.

Warum SSL/HTTPS Pflicht ist:

  • Das WooCommerce-Plugin der PayPal-Alternative Stripe lässt sich ohne HTTPS gar nicht aktivieren. Ohne HTTPS kein Stripe!
  • Langfristig gilt: Ohne HTTPS keine WordPress. Es gibt Pläne, die Installation von WordPress nur noch auf HTTPS-Domains zu ermöglichen.
  • Für den Fall, dass du dein WordPress mit einem Podcast anreichern möchtest: Ohne HTTPS kein Podcast-Listing bei iTunes.

Kosten für Backups

Über die Arten von Backups streiten sich die Geister. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Backup-Plugins einsetzen, zum Beispiel BackUpWordPress
  • Backups per Hand durchführen

Ich gehe von einer minimalen Backup-Lösung aus, einer manuellen Sicherung in einem Turnus von 2 Monaten. Hier findest du eine Anleitung: WordPress manuell sichern. Eine einzelne Sicherung einschließlich der Archivierung der heruntergeladen Dateien und der Datenbank dauert ungefähr 30 Minuten. Pro Jahr wären das 3 Stunden Zeit oder 150 Euro Kosten.

Kosten für SEO und Performance

Statistik zu Impressionen und Visits

Steigerung der Visits (eindeutige Besucher) und Impressions (alle Seitenaufrufe)

Ein Shop muss bei Google sichtbar und schnell geladen sein. Für die Basics zur Suchmaschinenoptimierung und Performace-Steigerung benötigst du mindestens 4 Stunden oder einen Profi, der dafür 200 Euro verlangt.

Was in der Kalkulation fehlt: Für eine dauerhafte und wirksame Sichtbarkeit bei Google genügt es nicht, nur die SEO-Grundeinstellungen vorzunehmen und ein paar Backlinks von Freunden aufzubauen. Wenn du dauerhaft bei Google oben bleiben willst, ohne viel Geld für Google AdWords auszugeben dann kümmere dich um deinen Unternehmensblog!

Kosten für den Unternehmensblog

Ein Onlineshop muss permanent Präsenz zeigen, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Berichte regelmäßig über neue Produkte und Dienstleistungen, veranstalte Gewinnspiele und veröffentliche Gastbeiträge und Interviews. Die beste Suchmaschinenoptimierung ist ein stetig wachsender und hochwertiger Content, passend zu den Artikeln des Shops. Feste Kosten nenne ich hier nicht, denn das Ganze hängt davon ab, wie intensiv du bloggen möchtest. Manche bloggen 3 x am Tag, andere 3 x im Jahr.

PS: Ich versuche, mindestens wöchentlich zu bloggen und quetsche gerne Leute aus. Hier findest du meine Händler-Interviews.

Summe der Kosten für einen WordPress-Shop

Kosten für einen Onlineshop

  • Serverkosten inklusive SSL-Zertifikat: 100 Euro
  • Konzept entwickeln: 3 Stunden / 150 Euro
  • Installation: 2 Stunden / 100 Euro
  • Design: 12 Stunden / 600 Euro
  • Zahlungssysteme: 10 Stunden / 500 Euro
  • Plugins: 10 Stunden / 500 Euro
  • Security: 4 Stunden / 200 Euro
  • Backups: 3 Stunden / 150 Euro
  • SEO-Basics: 4 Stunden / 200 Euro

Summe für einen Onlineshop im ersten Jahr: 48 Stunden Eigenarbeit oder 2400 Euro für die Beauftragung einer WordPress-Agentur.  Im zweiten Jahr sind die Kosten geringer. Hinzu kommt Fixkosten für das Webhosting in Höhe von 100 Euro jährlich und der Aufwand für das Bloggen, also die Unterhaltung deiner Leserschaft, gemischt mit Informationen über deine Produkte im Shop. Dein Onlineshop kostet dich also rund 2500 Euro.

Kosten für ein Ladengeschäft

Kosten für ein Ladengeschäft

Die Kosten für ein Ladengeschäft hängen von den Standortfaktoren ab. Je besser die Standortfaktoren, desto höher die Mietkosten! Die vier wichtigsten Standortfaktoren: Einzugsgebiet, Kaufkraft, Konkurrenz und Lage.

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  • Das Einzugsgebiet des Ladengeschäfts hängt von der Größe der Stadt und vom Sortiment ab.
  • Die Kaufkraft der Stadt ermittelt die GFK. Der Durchschnitt liegt bei 100. München verfügt über einen Kaufkraftindex von 135, in Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Durchschnitt 83.
  • Die Konkurrenz. Bevor du einen stationären Laden eröffnest, google zuerst, wie viele Mitbewerber sich schon auf dem Markt und in deinem Einzugsgebiet befinden.
  • Die Lage. Liegt dein Laden im Zentrum, dann erhältst du mehr Laufkundschaft, allerdings bei höheren Mietkosten. Für bestimmte Waren spielt die Frequentierung durch Touristen oder Pendler eine große Rolle.

Miete und Nebenkosten für ein Ladengeschäft: Ab 15.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch die einmaligen Kosten für die Ladeneinrichtung. Wenn du Mobiliar ablösen muss, kann dich die Gründung im ersten Jahr auch 100.000 Euro kosten.

Kostenvergleich Laden vs Onlineshop

Kosten für einen Onlineshop

  • Kosten für ein Ladengeschäft: 15.000 Euro im ersten Jahr
  • Kosten für einen Onlineshop mit WordPress: 2.500 Euro im ersten Jahr

Natürlich sind das Mindestwerte. Du findest jederzeit eine WordPress-Agentur, die dir für eine einfache Website für 5.000 Euro berechnet und für einen Onlineshop 20.00o Euro. Auch das muss nicht zu teuer sein. Die Agenturen müssen ja nicht die reine Zeit kalkulieren. Hinzu kommen noch Miete, Versicherungen, Büromaterial, Strom, Heizung, Hardware.

Hier auf onlineshop-diy schreibe ich aber für Onlinehändler mit dem kleinem Budget. Mein Motto: Dank WordPress kann jeder ein Händler sein. Ohne Kapital und ohne Programmierkenntnisse.  😉

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann schau doch auch mal in mein Buch: Onlineshops mit WordPress.

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