Pro und contra Handelsregister

Handelsregister-EintragDu willst einen Onlineshop gründen und dir schwirrt das Wort Handelsregister im Kopf herum? Die Vor- und Nachteile eines Handelsregister-Eintrags erkläre ich dir in diesem Artikel. Doch der Reihe nach. Was ist das Handelsregister?

Was ist das Handelsregister?

Das Handelsregister ist ein öffentlich einsehbares Verzeichnis für Firmen, so ein Verzeichnis gibt es zu Beispiel auch für Vereine, nämlich das Vereinsregister. Früher bestand dieses Register tatsächlich aus einem dicken Buch, heute wird es natürlich elektronisch geführt.
Sinn und Zwecks des Handelsregisters: Es informiert über die Eckdaten eines Unternehmens, also die Unternehmensform, die Verantwortlichen und die groben wirtschaftlichen Verhältnisse, wie Beispielesweise das Stammkapital, Jahresabschlüsse und Bilanzen.

Muss ich als Händler ins Handelsregister?

Nein, auch hier gibt es Parallelen zum Verein. Der eingetragene Verein, erkennbar am Zusatz e.V. ist im Vereinsregister verzeichnet, der nicht eingetragene Verein eben nicht. Die Eintragung hängt von der Rechtsform ab. Für den Handel gilt:
Kaufleute, OHGs und Kapitalgesellschaften wie die GmbH, die UG und die AG müssen mit der Gründung im Handelsregister eintragen werden. Ein selbständiger Onlinehändler oder eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) müssen es nicht, können sich aber freiwillig für einen Eintrag entscheiden, entweder bei der Gründung oder später. Achtung: Eine GbR verwandelt sich mit einem Handelsregister-Eintrag in eine OHG, eine Offene Handelsgesellschaft. Es gibt also keine GbR im Handelsregister.

Was kostet ein Handelsregister-Eintrag?

Kosten für Handelsregister-EintragMindestens 250 Euro, bei einer GmbH mit 25.000 Euro werden es ca. 750 Euro. Wenn du dazu noch Beratung von einem Rechtsanwalt, Steuer- oder Unternehemensberater in Anspruch nimmst, kommen weitere Kosten hinzu.

Wo kann ich mich eintragen lassen?

Die Eintragung nimmst du über einen Notar vor. Ein Notar ist ein besonderer Anwalt, der im öffentlichen Auftrag bestimmte Aufgaben durchführt, wie eben die Eintragung in ein Handelsregister oder Vereinsregister. Bei der Auswahl des Notars bist du frei. Suche dir aber am besten einen Notar in der Nähe aus, denn ab und zu musst du Dokumente einreichen, zum Beispiel bei personellen Änderungen oder bei der Eröffnung und Schließung von Niederlassungen. Und natürlich musst du den Notar auch über eine Schließung deines Unternehmens informieren.

Was will der Notar wissen?

  • Die Rechtsform deines Unternehmens
  • Der Unternehemenszweck
  • Den Sitz deines Unternehemens mit vollständiger Anschrift – eine Postfachadresse genügt nicht
  • Niederlassungen und Filialen, ebenfalls mit vollständiger Anschrift
  • Die vertretungsberechtigten Personen und deren Befugnisse, sprich die Geschäftsführer
  • Die Höhe des Stammkapitals
  • Den Namen des Unternehmens

Was sind die Vorteile eines Handelsregister-Eintrags?

  • Freie Wahl des Namens. Im Geschäftsverkehr darfst du nur dann mit deinem Firmennamen auftreten, wenn dein Unternehemn im Handelsregister verzeichnet ist.
  • Namensschutz. MIt dem Handelsregister-Eintrag erhält der Firmenname einen gewissen Schutz. Achtung: Erkundige dich aber in jeden Fall vorher an zwei Stellen, ob dein Wunschname oder ein ähnlicher, sprich verwechselbarer Name schon registriert ist:
    – Im Handelsregister selbst
    – Im DPMA-Register
  • Du genießt bei Banken und Geschäftspartnern einen höheren Status.
  • Verträge können zwischen zwei Kaufleuten einfacher geschlossen werden.

Was sind die Nachteile eines Handelsregister-Eintrags?

  • Die Buchhaltung wird aufwändiger. Du musst die Regeln der doppelten Buchführung einhalten, in jedem Jahr eine Bilanz erstellen und eine Inventur durchführen.
  • Es gelten die Paragrafen des HGB (Handelsgesetzbuch) anstatt des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Du musst dich hier einarbeiten und die schärferen, kaufmännischen Regelungen einhalten.

Die Registernummer

Nach der Eintragung erhältst du eine Handelsregisternummer. Diese musst du im Impressum deine Website angeben und sie gehört auch in alle E-Mails und auf alle Rechnungen!

Risken und Nebenwirkungen

  • Nach dem Handelsregister-Eintrag (und ebenso nach einer Markenanmeldung beim DPMA) erhältst du unseriöse Post von pseudoamtlichen Verzeichnissen, in die du dich auch noch eintragen sollst, natürlich gebührenpflichtig. Kontrolliere den Absender genau und fall nicht auf diese Masche rein! Was die Unterscheidung nicht einfach macht: Das amtliche Handelsregister-Portal, du findest es unter der URL https://www.handelsregister.de sieht selbst ziemlich trashig aus. 😉
  • Falls du bisher noch kein Mitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK) bist – mit dem Eintrag ins Handelsregister bist du es auf jeden Fall, und musst auch dafür bezahlen.

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