Angriff auf PayPal: GESCHEITERT

Update Juli 2017: Das Trauerspiel um Paydirekt geht weiter. Wie das Handelsblatt meldet, bietet Paydirekt den Geldtransfer von Handy zu Handy an. Mit dabei sind die Commerzbank (und Comdirect), die Deutsche Bank (und die Postbank), die HypoVereinsbank, die Oldenburgische Landesbank und bald auch die Volks- und Raiffeisenbanken. Wer ein eigenes Süppchen kocht: die Sparkassen. Die haben mit Kwitt einen eigenen Dienst etabliert und sabotieren damit die Durchsetzungsfähigkeit von Paydirekt. Tja … United we stand, divided we fall. So wird das nichts mit dem Angriff auf Paypal.

Wenige Händler bei Paydirekt

Paydirekt vs PayPal

Paydirekt vs PayPal: Grafik unter der Lizenz CC-BY-ND 3.0. Quelle: Statista

Update Oktober 2016: Habe gerade die obige Grafik bei Statista entdeckt und in der Beitragsüberschrift das Wort GESCHEITERT ergänzt. Da sich bisher nur 240 Händler angeschlossen haben, muss man sich um die Zukunft von Paydirekt ernste Sorgen machen. Vorschlag zur Güte:

Liebe Paydirekt-Bänker, wir WordPress-Händler sind viele und wir werden täglich mehr. Bitte spendiert uns doch mal zwei kostenlose Paydirekt-Plugins, eines für WooCommerce und eines für wpShopGermany. Ohne die kleinen und mittleren Shop-Betreiber werdet ihr nämlich weiterhin im 0,2-Promille-Bereich herumdümpeln. Und wo wir schon dabei sind, nennt doch mal klare Zahlungskonditionen. Draußen vor die Tür warten nämlich schon Apple Pay und Android Pay, und die werden nicht in Gutsherrenart auftreten, sondern klare Worte sprechen:

 

  1. Plugin runterladen
  2. Beim Zahlungsdienstleister anmelden (Online und ohne Krawatte und Kniefall)
  3. Zahlungen empfangen

Das ist jetzt nicht so euer Ding, oder? 😉

PayPal vs Paydirekt

Paydirekt

Die Händlerseite von Paydirekt

Paydirekt heißt das Online-Zahlungssystem der deutschen Banken und Sparkassen. Das Ziel: Verlorenes Terrain von Paypal zurückgewinnen. Der Ansatz: Die 50 Millionen deutsche Girokonten für das Payment im Onlineshopping nutzen. Der Knackpunkt: Kunden und Händler überzeugen.

Die Paydirekt-Shops

Eine steigende Anzahl von Händlern bietet Zahlungen über Paydirekt an.

Nach langem Versteckspiel kommt Paydirekt so langsam in Schwung, in den Filialen, auf den Onlinebanking-Portalen und zum Beispiel mit diesem dieses Erklärvideo. Paydirekt hat gute Argumente, um Bank- und Sparkassenkunden für die Teilnahme zu gewinnen:

  • Es gelten das deutsche Bankgeheimnis und der deutsche Datenschutz
  • Bezahlt wird mit Benutzername und Passwort – keine IBAN-Schlange eingeben!
  • Paydirekt bietet einen Käuferschutz an
  • Das Girokonto genügt

Aber wie sieht der Service für die Händler aus? Was wird da unternommen, um Sympathie zu gewinnen? Für WooCommerce steht immerhin ein Zahlungs-Plugin zur Verfügung!

Das WooCommerce Paydirekt Zahlungs-Plugin

WooCommerce Paydirekt

Das WooCommerce-Plugin von Paydirekt kostet € 172,00 plus Steuern

Vertrieben wird das Plugin vom Drittanbieter sellXed, zum Preis von 172,00 € plus Steuern. Inbegriffen sind 12 Monate Upgrades und Updates, sowie Support per E-Mail und Telefon.

Das Plugin arbeitet mit der Autorisierungsmethode Payment Page. Dabei erfolgt die Zahlungseingabe über eine Weiterleitung an Paydirekt. Ausführlich ist die Woocommerce Paydirekt Anleitung. Wie bei PayPal steht eine Sandbox und ein Livemodus zur Verfügung. Die Einbindung sollte auch ohne Programmierkenntnisse möglich sein.

Paydirekt Sandbox

Paydirekt bietet wie PayPal einen Sandbox-Modus an – zum ausprobieren.

Kritik an Paydirekt

Ob Paydirekt Konkurrenten wie Paypal und Amazon Payments das Wasser abgraben kann? Bestimmt nicht, solange diese drei Kritikpunkte nicht angegangen werden:

  • Das Zahlungsplugin für WooCommerce ist zu teuer. Für Amazon Payments ist es kostenlos.
  • Ein Zahlungsplugin für wpShopGermany existiert gar nicht. Für Amazon Payments kostet es 35 Euro.
  • Die Händler müssen bei ihrer Bank aufkreuzen und um Konditionen feilschen – wie damals im Mittelalter.

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