Brauche ich für einen Onlineshop einen eigenen Server?

Eigener Server

  • Brauche ich für WordPress einen eigenen Server?
  • Brauche ich für einen Shop auf der Basis von WooCommerce oder wpShopGermany einen eigenen Server?

Diese Fragen stellen sich nicht wenige – und die Provider locken mit günstigen Angeboten für Rootserver und Managed Server. Doch was ist überhaupt ein Server?

Was ist ein Server?

Zwischen einem normalen Computer und einem Server besteht in der Hardware kein Unterschied. Was zeichnet den Server aus?

  • Ein Computer ist dann ein Server, wenn Serverdienste auf ihm eingerichtet sind
  • Ein Server ist besonders nützlich, wenn andere Computer (Clients) auf ihn zugreifen können

Solche Clients sind zum Beispiel die Besucher einer Webseite.

Webserver


Alle Webseiten sind auf Webservern gehostet, und die Computer dafür stehen zu 99% in den Rechenzentren der Provider. Unterschieden werden diese drei Server-Angebote

  • Shared Hosting – Wenn du normalen und günstigen Webspace buchst, das sogenannte Shared Hosting, teilst du dir einen Server mit beispielsweise 20 oder 50 anderen Seitenbetreibern.
  • Dedizierter Server – Für mehr Geld erhältst du einen dedizierten Server, also einen Rechner im Rack des Providers für dich alleine.
  • vServer – Dann gibt es noch vServer-Angebote, bei denen ein Rechner künstlich so aufgeteilt wird, dass mehrere Kunden über einen root-Zugang verfügen.

Wichtige Betriebssysteme für Webserver sind Debian, Ubuntu Server und CentOS. Noch wichtiger ist allerdings die Frage: Wer kümmert sich um Sicherheit und Update des Servers?

Hier unterschieden die Provider zwischen:

  • Managed Server
  • Shared Server
  • Root-Server

Managed Server mieten

Beim Managed Server führt der Provider alle wichtigen Wartungs- und Sicherungsarbeiten aus. Du bist nicht ganz so flexibel, du kannst dich aber in Sicherheitsfragen auf deinen Provider verlassen (hoffentlich). Du hast also einen  schnellen Webspace und wenig Hickhack mit der Technik.

Shared Server mieten

Shared Server heißt nicht Shared Hosting. Hier teilst du deine Hardware mit anderen, hast aber Root-Zugriff. Innerhalb deines Bereichs bist du flexibel und kannst die Servereinstellungen anpassen. Wenn du einen Shared Server mietest, solltest du

  • dir des Risikos bewusst sein und
  • Server-Kenntnisse angeignet und Erfahrungen gesammelt haben.

Root-Server mieten

Was für einen Shared-Server gilt, hat auch beim Root-Server Bestand: Volle Flexibilität bei vollem Risiko und volle Haftung, wenn dein Server gehackt wird. Der einzige Unterschied: Du hast einen eigenen Rechner, ganz für dich alleine. Der steht zwar immer noch bei deinem Provider, aber deine Performance leidet nicht, wenn andere zuviel Serverlast verschleißen.

Üben am lokalen Server

LAMP

Eine gute Vorübung für zukünftige Rootserver-Admins: WordPress auf einem heimischen LAMP-Server sichern und spiegeln. Es kann auch nicht schaden, einen NAS (Network Attaches Storage) aufzusetzen, also einen lokalen Server für den Heimbetrieb, der über einen Router auch über das Internet aufgerufen werden kann.

MAMP

MAMP Setup

Ein vorgefertigter Server: MAMP

MAMP heißt die einfache Server-Alternative zu LAMP. Allerdings lernst du dabei nicht wirklich, einen eigenen Server zu betreiben, denn es handelt sich hier um ein vorgefertigtes System. Sinnvolle ist dieser Weg:

  1. Mit MAMP ein bisschen ausprobieren
  2. An LAMP lernen
  3. Den ersten eigenen Server betreiben

Apache vs NginX

Kleiner Hinweis: Neben den Apache-Servern macht sich ein zweites System breit, nämlich NginX, ausgesprochen „Engine X“. Dieses System lernst du nicht mit LAMP oder MAMP. Du musst also zunächst eine Grundsatzentscheidung treffen: Apache oder NginX?

Server: Ja oder nein?

Zurück zur Ausgangsfrage. Ist es nötig, einen Webshop auf eigenem Server zu betreiben? Als Gründer zu 90% nicht. Einen eigenen Server benötigst du erst ab einer hohen Besucheranzahl in deinem Shop. Faustregel:

  • Unter 500 Besucher am Tag: Ein eigener Server ist einfach nur ein Zeichen von Größenwahn
  • 500 – 5000 Besucher am Tag: Ein eigener Server ist bei steigenden Zugriffszahlen eine Überlegung wert
  • Mehr als 5000 Besucher pro Tag: Ein eigener Server lohnt sich

Für Anfänger ist ein Managed Server besser als ein Rootserver, und letztendlich auch billiger. Wenn du nämlich als Rootserver-Admin Support benötigst, kann es richtig teuer werden!

Server-Voraussetzungen für WordPress

Für WordPress gibt es bestimmte Sever-Voraussetzungen. Die Minimalvorausetzungen liegen etwas unter den folgenden Werten, aber wenn dein Blog, Shop oder CMS zuverlässig laufen soll, benötigst du:

  • PHP Version 7 oder höher – auf älteren Versionen läuft das SEO-Plugin Yoast nicht mehr stabil.
  • MySQL Version 5.6 oder höher
  • HTTPS Support – für einen Shop absolute Pflicht. Ohne HTTPS kannst du kein Stripe als Zahlungsmittel einsetzen
  • Apache oder Nginx – Nginx-Server sind noch etwas ungewohnt, aber sehr viel schneller als Apache-Server. Was auf Nginx allerdings nicht funktioniert, sind HT-Access-Anweisungen.

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