LAMP installieren

Wieder in Mode ist LAMP, seit das XAMPP-Projekt vom Datenbanksystem MySQL auf MariaDB umgestellt hat. Das Problem: WordPress lässt sich zwar auch mit MariaDB installieren, aber die meisten Provider bieten nur MySQL an. Die Lösung heißt LAMP. Was steckt da drin: LAMP steht für

  • L wie Linux
  • A wie Apache
  • M wie MySQL
  • P wie PHP

Wer braucht LAMP?

  • Webmaster, die ihre WordPress-Installation auf einem lokalen System sichern, spiegeln oder bearbeiten möchten. Natürlich funktioniert das auch mit anderen Systemen wie Joomla, Drupal oder Typo3.
  • Betreiber eines eigenen Root-Servers. LAMP-Kenntnisse sind da einfach Pflicht! Wer Server-Admin werden will, geht mit LAMP in die Lehre!

LAMP Installation

Vorüberlegung: Wer die Ubuntu Server Edition verwendet, hat den LAMP-Server schon integriert. Allerdings wird dieses Ubuntu-Flavour ohne grafische Oberfläche ausgeliefert, der Einstieg verlangt ist also für Neulinge nicht ganz ohne! Die Alternative: einen LAMP auf einem ganz normalen Ubuntu– oder Debian-System installieren.

Das folgende Tutorial wurde auf einem Lubuntu-System ausgeführt, funktioniert aber auf allen Ubuntu und Debian-Systemen gleich.


Apache Installation

Es geht los. Gehe ins Ubuntu Terminal und mach‘ der Paketverwaltung Beine! Gib für die Installation des Apache-Servers folgendes ein:

sudo apt-get install apache2

Jetzt wird der Apache heruntergeladen und installiert. Genauer gesagt der apache2, denn die 1.x Versionen sind überholt. Dann überprüfe die Installation des Apachen mit den Befehlen Start, Stop und Restart. Dazu gebe ins  Terminal ein:

sudo /etc/init.d/apache2 start
sudo /etc/init.d/apache2 stop
sudo /etc/init.d/apache2 restart

init.d bedeutet Initialisiere den daimon (=Dienst). Nun läuft der Server auf dem eigenen lokalen Rechner = localhost. Rufe den localhost über diese Adresse im Browser auf:

http://localhost

 

LAMP

Der Apache arbeitet!

Wenn jetzt im Browser eine Webseite angezeigt wird, auf der so etwas wie „it works“ oder „es funktioniert“ steht, dann ist der erste Schritt schonmal geschafft. Der Apache läuft, und wir surfen diesmal nicht in den Weiten des Internet, sondern daheim auf dem eigenen Server! Den www-Ordner deines lokalen Apache-Servers findest du innerhalb des Ubuntu – Verzeichnissystems an dieser Stelle:

/var/www/html

Hier liegen später deine selbst erstellten Webseiten innerhalb deines lokalen LAMP-Servers! Bisher ist nur einzige Datei darin enthalten, nämlich eine HTML-Datei, die das „It Works“ anzeigt.


WWW-Ordner

Im lokalen www-Ordner werden die Webseiten abgelegt

2. PHP Installation

Der Apache läuft, jetzt kommt PHP dazu. Gib ins Terminal ein:

sudo apt-get install php7.0 libapache2-mod-php7.0

PHP wird nun installiert. Danach muss der Apache neu gestartet werden, um das PHP aufzunehmen. Gib ins  Terminal ein:

sudo /etc/init.d/apache2 restart

Nun lege eine Testseite an, um die Funktion und Version von PHP zu überprüfen. Als Programm geht Bluefish, aber auch ein ganz einfacher Texteditor, wie gedit unter Gnome. Der gesamte Code der PHP-Testseite ist schnell geschreiben. Er lautet:

<?php
phpinfo();
?>

Nenne die PHP-Testseite test.php und speichern sie im www-Verzeichnis. Wie oben beschrieben liegt das Verzeichnis hier:
/var/www/html

So sollte die Testdatei jetzt abgespeichert sein:

/var/www/html/test.php

Hinweis: Falls das Speichern in das Verzeichnis /var/www nicht funktioniert, siehe diese Anleitung zur Rechteänderung

Jetzt rufe die Testdatei im Browser auf:
http://localhost/test.php
Hier müsste nun sowas stehen wie „PHP Version 7“


MySQL Installation

Gehe wieder ins  Terminal und halte Zettel und Stift bereit, denn MySQL verlangt die Vergabe eines eigenen root-Passworts!
Das ist bitte nicht zu verwechseln mit dem root-Passwort des Ubuntu-Systems. Hier geht es nur um ein MySQL-Passwort. Denk dir also was Neues aus: ********
Hinweis: Es bringt nichts, das Passwordfeld einfach leer zu lassen; es kann sein, dass du dann MySQL und phpmyadmin neu aufsetzen musst. Ich weiß es aus Erfahrung 😉

Gib ins Terminal ein:

sudo apt-get install mysql-server php7-mysql mysql-client

Auch hier folgt ein Funktionstest mit Restart. Gib ins Terminal ein (die letzte Zeile mit dem Restart genügt in der Regel auch):

sudo /etc/init.d/mysql start
sudo /etc/init.d/mysql stop
sudo /etc/init.d/mysql restart

phpMyAdmin Installation

Jetzt fehlt noch die grafische Oberfläche für SQL. Installiere phpmyadmin für apache2! Gib ins Terminal ein:

sudo apt-get install libapache2-mod-auth-mysql phpmyadmin

phpMyAdmin erreichbar?

Gib in den Browser ein:

http://localhost/phpmyadmin

Im positiven Fall verlangt erscheint phpmyadmin. Dann überspringe Punkt 6!

phpMyAdmin Verknüpfung

Wenn du bei Punkt 5 keine phpadmin-Oberfläche gesehen hast, muss phpmyadmin noch richtig verknüpft werden. Gehe dazu ins Verzeichnis /var/www/html. Gib dazu im Terminal ein:

cd /var/www/html

Lege dort einen symbolischen Link. Gib dazu im Terminal ein:

sudo ln -s /usr/share/phpmyadmin/

phpmyadmin kannst du nun im Browser aufrufen:

http://localhost/phpmyadmin

phpMyAdmin Zugangsdaten

phpmyadmin verlangt nun die Zugangsdaten!
Benutzername: root
Passwort: Das Passwort hast du bei der MySQL-Installation notiert


LAMP installiert

Und fertig ist der LAMP. Nochmal die Einsatzmöglickeiten:

  • Übung für künftige Root-Server-Admins. LAMP ist ein guter Einstieg!
  • PHP-Seiten lokal und offline testen: WordPress, Joomla, Drupal … alle CMS, die auf der Basis von PHP oder PHP+MySQL funktionieren!
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LAMP Konfiguration via php.ini

Der Import großer Datenbanken kann in einem unveränderten LAMP daran scheitern, dass  die in der Datei php.ini eingestellten Obergrenzen für das PHP Memory Limit, Max Filesize, Max Execution Time und Post Max Size zu schwach eingestellt sind. Hier mal ein paar Beispiel-Werte:

memory_limit = 128M;
upload_max_filesize = 16M;
max_execution_time = 50000;
post_max_size = 100M;
file_uploads = On;

Ist deine Datenbank nun größer als 16MB, dann kann sie mit den oben eingestellten Werten geladen werden. Lösung: Werte erhöhen!
Die Datei php.ini liegt als versteckte Datei in:

etc/php5/apache2/php.ini – falls die Datei nicht beschreibbar ist, musst du zunächst die Rechte ändern.

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