Interview: Stratoflights

Stratoflights

Stratoflights bietet kommerzielle Stratosphärenflüge bis 40 Kilometern Höhe an.

Nach Bavarian Highlands und YogaYa folgt die nächste Runde der Shop-Interviews. Ein längeres Gespräch durfte ich mit Marcel Dierig führen, dem Geschäftsführer von Stratoflights. Das Unternehmen bietet Stratosphärenflüge bis zu einer Höhe von 40 Kilometern an. Bestückt ist der Ballon mit Kameras.

Im ersten Teil des Interviews lest ihr, wie sich die Idee von drei Abiturienten zum erfolgreichen Unternehmen entwickelte. Morgen steht dann der Onlineshop von Stratoflights im Mittelpunkt.

Wie fing das denn alles an? Erzähl mal!

Die Grundidee entstand im Winter 2010. Alle Inhaber von Stratoflights, das sind drei Leute, haben zusammen Abitur gemacht. Beim Grillen kamen wird dann auf die Idee, ein paar Kurzfilme zu drehen, mehr so aus Langeweile. Außerdem wollte ich meinem Desktop irgendein Weltraummotiv verpassen. Bei Google hab ich dann „Weltraum“ und „Space“ eingegeben, und bin erstmal auf Seiten mit hochauflösenden NASA-Bildern gelangt. Fasziniert hat mich aber ein ziemlich verwackeltes Bild! Es stammte von einem amerikanischen Meteorologie-Professor, der mit seinen Studenten ein paar experimentelle Aufnahmen mit einem Wetterballon gemacht hatte … bestückt mit einem kleinen Fotoapparat, der alle paar Sekunden ein Bild schießt.

Die Idee fand ich aber total interessant. Wir hatten uns damals nämlich eine Actioncam angeschafft, so die erste GoPro Hero. Mit dem Projekt wollten wir unseren Youtube-Channel aufbauen. Zuerst waren wir ziemlich euphorisch und dachten, dass bestimmt irgendwo eine Anleitung zu finden ist … Tutorials gibts ja für alles Mögliche! Aber Fehlanzeige. Alles was wir wussten: Das Foto wurde mit einem Wetterballon aufgenommen, und dafür brauchte man Helium. Das war unsere Ausgangssituation. Dann haben wir uns über ein halbes Jahr mit dem Equipment beschäftigt und eine Reihe von Experimenten gemacht. Da oben wird es ja ziemlich kalt, so minus 60 Grad! Trotzdem waren wir in dieser Phase noch ein Hobbyprojekt. Akkus haben wir selber gelötet!

Und wie war das beim ersten großen Start?

Gar nicht so einfach war es, die Genehmigungen einzuholen. Wir wussten am Anfang gar nicht, wer unsere Ansprechpartner waren … und die haben auch erstmal mit den Augen gerollt. Vier Monate hat es noch einmal gedauert, bis wir die Erlaubnis der Deutschen Flugsicherung auf dem Tisch hatten. Dann  kam der große Tag. Wir starteten unseren Ballon  – und verabschiedeten uns gleich innerlich davon. Wir dachten, dass der weg ist!

Als als wir den Ballon samt Kamera dann wiedergefunden hatten, konnten wir es selbst kaum glauben: dass man mit so einfachen Mitteln eine private Weltraummission durchführen kann. Das Video haben wir dann auf Youtube hochgeladen – und über Nacht 100.000 Klicks erhalten.

Von 100.000 Klicks in einer Nacht können die meisten nur träumen!

Ja, wir wussten, dass wir einen Nerv getroffen hatten! Dann kamen ruckzuck TV-Anfragen, und alle möglichen Leute haben uns nach der Technik gefragt. Dabei sind wir auf die Idee gekommen, mal ein Tutorial zusammenzuschneiden, und schließlich haben wir den kommerziellen Gedanken entdeckt. Als Dienstleister für Events und Werbeaktionen ist das Unternehmen Stratoflights entstanden.

Und wer sind die Kunden von Stratoflights?

Zu unseren Kunden zählen heute die größten Unternehmen und Werbeagenturen. Bekannt wurden wir ja durch Sendungen wie Galileo und Welt der Wunder. Auch n-tv hat über uns berichtet. Ein Highlight war 2012, als wir eine Playmobil-Figur von Günther Jauch „zu den Sternen“ geschickt haben. Anlass war die 1000. Sendung von Stern TV. Wir wurden zur Live-Sendung eingeladen, mit über sechs Millionen Zuschauern. Heute sind wir ein Unternehmen mit neun Mitarbeitern. Einige studieren noch, aber die meisten machen das hauptberuflich.

Vielen Dank Marcel! Das war der erste Teil des Interviews. Morgen geht es weiter mit den Fragen und Antworten zum Onlineshop von Stratoflight. Zum zweiten Teil.

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