Dropshipping mit WooCommerce

Dropshipping

Beim Dropshipping versendet der Großhandel direkt an den Endkunden

Update April 2017: Mittlerweile stellt auch WooCommerce selbst ein Dropshipping-Plugin zur Verfügung. Siehe dazu den Abschnitt Dropshipping-Plugins für WooCommerce. 😉
Du willst auf die Bahamas auswandern und vom Strand aus Schuhe nach Bielefeld verkaufen? Das geht mit Drop-Shipping! Ich erkläre dir in diesem Beitrag, wie diese Form des Onlinehandels funktioniert und wie du sie mit WooCommerce nutzen kannst.

Klassischer Onlinehandel vs. Dropshipping

Wer noch nie etwas über Dropshipping gehört hat, wundert sich erstmal über dieses Geschäftsmodell. Die Unterschiede zum klassischen Onlinehandel:

  • Im klassischen Onlinehandel hält der Shopbetreiber ein bestimmtes Sortiment im eigenen Lager. Die Waren bezieht er von seinem Lieferanten, und er muss sie bezahlen. Nach einer Bestellung verpackt er die Ware und verschickt sie zum Kunden. Verkauft er zu einem höheren Preis, macht er Gewinn. Bleibt er auf der Ware sitzen oder muss unter dem Einkaufspreis verkaufen, dann schreibt er Verluste.
  • Beim Dropshipping, auch Streckengeschäft genannt, kommt der Shopbetreiber mit der Ware überhaupt nicht in Kontakt. Er leitet die Bestellung einschließlich der Lieferadresse direkt an den Lieferanten weiter. Der Lieferant holt die Ware aus dem Lager, packt sie ein und versendet sie an den Besteller.

Beispiel:
Markus bestellt eine Büchertasche über einen Onlineshop, der nach dem Dropshipping-Prinzip arbeitet. Die Bestellung wird vom Onlineshop an den Großhändler weitergeleitet. Der Großhändler verschickt die Büchertasche direkt an Markus. Der Betreiber des Onlineshops kommt mit der Büchertasche nicht in Berührung.

Vorteile Dropshipping

  • Geringes finanzielles Risiko für den Shopbetreiber, keine Bindung von Kapital an eingekaufte Waren.
  • Miete für ein Warenlager entfällt, der Händler muss keine Produkte in den Regalen vorhalten.
  • Kein Aufwand für Verpackung und Versand, Einsparung von Logistik-Kosten.
  • Der Händler muss sich keine Gedanken über die Einhaltung der Verpackungsverordnung machen.
  • Das Dropshipping-Sortiment lässt sich unproblematisch vergrößern.

Außerdem wird die Ware ohne Zwischenstation vom großen Lager zum Endkunden verschickt. Das reduziert das Transportrisiko und ist gut für die Umwelt.

Nachteile Dropshipping

  • Geringere Gewinnmarge.
  • Problematisch wird Dropshipping bei Waren mit hoher Retourenquote. Die Ware wird nicht an den Händler zurückgeschickt, sondern ebenfalls an den Dropshipping-Anbieter.
  • Händler wird vom Kunden für Fehler des Dropshipping-Anbieters verantwortlich gemacht, zum Beispiel bei Liefer-Verzögerungen oder Fehlern beim Verpacken, die zu einem Transportschaden führen.
  • Die Versandgebühren werden vom Dropshipping-Anbieter festgelegt.
  • Eingeschränkte Möglichkeit, über das Versandpaket zu werben, zum Beispiel über die Beigabe von Flyern oder Goodies.
  • Manche Kunden erwarten einen direkten Ansprechpartner.
  • Kontrollverlust des Händlers über sein Geschäft. Der Händler ist dem Dropshipping-Partner ausgeliefert.

Nicht ohne Tücken ist die Formulierung der Rechtstexte für eine Onlineshop auf Dropshipping-Basis. Immerhin werden die Kundendaten an den Dropshipping-Anbieter weitergegeben. Ein Hinweis darauf in der Datenschutzerklärung ist das Mindeste, rechtlich sicherer wäre eine Opt-In-Lösung, also eine Checkbox, in der der Kunde hierzu sein Einverständnis durch das Setzen eines Hakens erklären muss.

Neutraler Versand

Nicht jedem Kunden ist es gleichgültig, von welcher Stelle er seine Ware bezieht. Aus diesem Grund versenden die Dropshipping-Anbieter die Pakete möglichst neutral. Einige arbeiten auch mit Stickern, um das Versandpaket an das Shop-Design anzupassen.

Fazit: Zwar ist Dropshipping noch gewöhnungbedürftig, aber bei gebräuchlichen Waren spricht wenig gegen dieses Prinzip. Dank ausgefeilter Logistik können die Großhändler heute auch kleinere Sendungen kostengünstig abwickeln.

Dropshipping-Plugins für WooCommerce

Dropshippers Plugin

Dropshippers Plugin

Natürlich müsses die Bestelldaten des Kunden automatisiert an den Dropshipping-Anbieter weitergeleitet werden. Für dieses Aufgabe gibt es unterschiedliche WordPress-Plugins, der Klassiker nennt sich WooCommerce Dropshippers und ist bei Envato erhältlich.

Das Dropshipping-Plugin von WooCommerce

Das Dropshipping-Plugin von WooCommerce

Update: Ein Dropshipping-Plugin wird mittlerweile auch von WooCommerce selbst angeboten. Es nennt sich WooCommerce Dropshipping und kostet 49 $ für eine einzelne Site, 5 Sites kosten 99 $, 25 Sites 149 $.

Dropshipping-Lieferanten finden

Das ganze Projekt steht und fällt mit zuverlässigen Dropshipping – Lieferanten. Adressen findest du zum Beispiel hier:

Besonders wichtig bei der Auswahl eines Dropshipping-Lieferanten sind die Bilder und die Produktbeschreibungen. Die Checkliste:

  • Sind Produktbilder vorhanden?
  • Sind Produktbeschreibungen vorhanden?
  • Darfst du die Produktbilder des Dropshipping-Anbieters bzw. des Herstellers für deinen Shop verwenden?
  • Darfst du die Produktbeschreibungen des Dropshipping-Anbieters bzw. des Herstellers für deinen Shop verwenden?

Tipp: Wenn du gerne fotografierst und Texte schreibst, nimm die Sache selbst in Hand. Lass dir Ansichtsexemplare schicken und fertige eigene Produktbilder und Produktbeschreibungen an. Auf diese Weise wirkt dein Shop individueller.

Gewerbeschein und Kleinunternehmerregelung

Noch zwei Tipps zum Gewerbeschein und zur Kleinunternehmerregelung:

  • Gewerbeschein: Was du bei allen Dropshipping-Anbietern vorweisen musst, ist ein Gewerbeschein.
  • Kleinunternehmerregelung: Kein Problem ist es für die meisten Dropshipping-Anbieter, wenn du als Kleinunternehmer beim Finanzamt gemeldet bist. Nun ist aber für die Händler-Registrierung zumeist ein Pflichtfeld mit der USt.IdNr. vorgesehen! Lass dieses Feld leer oder trage einen Strich ein, denn als Kleinunternehmer besitzt du keine Umsatzsteuer-ID, und eine andere Steuernummer gehört hier nicht hin. Vergiss nicht, deinen Dropshipping-Anbieter über deinen Kleinunternehmer-Status rechtzeitig informieren!

 

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