Brauche ich ein Geschäftskonto?

GeschäftskontoWer ein Unternehmen gründet, steht irgendwann vor dieser Frage: Brauche ich ein Geschäftskonto? Die Antwort in der Kurzversion:

  • Für Personenunternehmen mit wenig Buchungen brauchst du kein Geschäftskonto.
  • Für Personenunternehmen mit viel Buchungen ist ein Geschäftskonto besser.
  • Für Kapitalgesellschaften ist ein Geschäftskonto Pflicht.

Keine Buchung ohne Beleg

Eine betriebswirtschaftliche Grundregel, die jeder Unternehmensgründer kennen sollte:

Keine Buchung ohne Beleg!

Sammle und hefte alle Ein- und Ausgangsbelege für dein Unternehmen ab. Du brauchst sie, um bei der monatlichen Vorsteueranmeldung und der jährlichen Steuererklärung nicht ins Trudeln zu geraten!
Zu den Belegen gehören:

  • Rechnungen, die du bezahlst – deine Ausgaben
  • Rechnungen, die du schreibst – deine Einnahmen

Nun ist es aber leider so, dass manche Kunden Ihre Rechnungen verspätet bezahlen, oder erst nach einer Mahnung. Zur Dokumentation der tatsächlichen Einnahmen sind deshalb die Kontoauszüge relevant – für dich und das Finanzamt!

Die Kontobezeichnung ist egal

Keine Rolle spielt die Bezeichnung, es ist egal ob da Zweitkonto oder Geschäftskonto draufsteht. Das geht nur dich und deine Bank was an. Nimm ein kostenloses Girokonto, wenn dir die Bank diese Möglichkeit einräumt.

Als Kleinunternehmer kannst du auf die Tränendrüse drücken, gute Chancen haben aber auch gemeinnützige Vereine. Die Banken können dir ein kostenloses Girokonto einzurichten – sie müssen nur wollen. 😉 Wenn sich dein Bankberater hartnäckig weigert, dann frage nach einem kostenlosen Onlinekonto! Achtung: Lass dir aber beim Bankgespräch nix aufschwatzen, was du nicht brauchst!

Geschäftskonto schafft Übersicht

Was für ein Geschäftskonto spricht: die Übersichtlichkeit. Je besser dein Unternehmen läuft, desto schwieriger wird die Trennung von geschäftlichen und privaten Buchungen.

  • Was gerade noch mit einem einzigen Konto funktioniert: Du kommst mit wenigen Preisstufen aus. Dann erkennst du die geschäftlichen Buchungen auf einen Blick an der Summe.
  • Was nicht mehr funktioniert: Viele Buchungen mit unterschiedlichen Summen. Wenn du da noch deine privaten Buchungen auf dem Kontoauszug stehen hast, wird es chaotisch.

Verpflichtendes Geschäftskonto

Für Personengesellschaften ist ein Geschäftskonto bequemer, aber nicht verpflichtend. Andere Spielregeln gelten für die Kapitalgesellschaften und Vereine, hier gehört die Eröffung eines Geschäftskontos zur Unternehmens- bzw. Vereinsgründung. Das Geschäftskonto ist dann auch dasjenige, auf die das Stammkapital einer Gesellschaft mit Haftungsbeschränkung einbezahlt wird. 25.000 beträgt die Mindestsumme bei einer GmbH.

Zusammenfassung:

Ein Geschäftskonto ist in vielen Fällen bequemer, aber nicht in allen Fällen verpflichtend. Die Entscheidungskriterien:

  • Die Anzahl deiner Buchungen
  • Die Unternehmensform

PS: Falls du überlegst, was ein Eintrag im Handelsregister bringt … dann habe ich hier noch einen Artikel für dich: Pro und Contra Handelsregister.

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