2018: Änderungen bei Onlinezahlungen

Onlineshop ZahlungsartenZu den Zahlungsarten im Onlinehandel hat der Bundestag eine Reihe von Gesetzesänderungen beschlossen, die 2018 in Kraft treten. Betroffen sind alle Onlinehändler, die die Zahlung per Kreditkarte, Überweisung, SEPA-Lastschrift oder Sofortüberweisung anbieten.

Zahlungsgebühr abgeschafft

Ab Januar 2018 gilt: Für diese Zahlungsarten darf keine Zahlungsgebühr erhoben werden: EC-Karten, Kreditkarten von Mastercard und Visa, Überweisung, Lastschrift. Nun fragt ihr euch, wie das mit Paypal und dessen deutschen Konkurrenten Paydirekt aussieht? Diese beiden Zahlungsarten werden im neuen Gesetz gar nicht erwähnt. Es ist also davon auszugehen, dass die Zahlungsaufschläge für Paypal und Paydirekt erlaubt sind.

Zur Erinnerung: Nach der alten Regelung waren Onlinehändler verpflichtet, nur ein gängiges Zahlungsmittel kostenlos anzubieten.

Banken müssen PIN und TAN an Dritte rausrücken

Natürlich nur, wenn der Kunde das so will. Dieses Änderung kann man als Lex Sofortüberweisung bezeichnen. Bietet der Onlinehändler die Zahlungsart Sofortüberweisung an, und Wählt der Kunde die Sofortüberweisung aus, dann darf sich die Bank nicht mehr dagegen sperren, dem Zahlungsdienstleister die nötigen PIN-und TAN-Nummern zur Verfügung zu stellen.

Starke Kundenauthentifizierung

Viel Arbeit kommt auf die Zahlungsdienstleister zu, um die neuen Regelungen für die starke Kundenauthentifizierung einzuhalten. Im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz heißt es:

§55 Starke Kundenauthentifizierung
(1) Der  Zahlungsdienstleister  ist  verpflichtet, eine starke Kundenauthentifizierung zu verlangen, wenn der Zahler

1. online auf sein Zahlungskonto zugreift;
2. einen  elektronischen  Zahlungsvorgang  auslöst;
3. über  einen  Fernzugang  eine  Handlung  vornimmt, die das Risiko eines Betrugs im Zahlungsverkehr oder anderen Missbrauchs beinhaltet.
Ein  Zahlungsdienstleister  muss  im  Fall  des  Satzes 1  über  angemessene  Sicherheitsvorkehrungen verfügen, um die Vertraulichkeit und die Integrität der personalisierten Sicherheitsmerkmale der Zahlungsdienstnutzer zu schützen.
(2) Handelt  es  sich  bei  dem  elektronischen Zahlungsvorgang nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 um einen elektronischen Fernzahlungsvorgang, hat der Zahlungsdienstleister eine starke Kundenauthentifizierung  zu  verlangen, die Elemente umfasst, die den Zahlungsvorgang dynamisch mit einem  bestimmten  Betrag  und  einem bestimmten Zahlungsempfänger zu verknüpfen.

Es ist anzunehmen, dass die Zahlungsdienstleister die Onlinehändler mit neuen Gebühren belasten.

Was Onlinehändler tun müssen

Du musst deinen Shop bis Januar 2018 an die neue Regelung anpassen und auf Zahlungsgebühren bei diesen Zahlungsarten verzichten: Kreditkarte, Überweisung, SEPA-Lastschrift und Sofortüberweisung.

Rechtliche Änderungen 2018

Geändert hat sich auch der Mindestwert für Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Weitere Infos: Geringwertige Wirtschaftsgüter.

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